Neue Streiks bei der Bahn – Jetzt mit GDBA

Von Andre Bergmann

Bahn StreikDie Bahn kommt aus den Turbulenzen nicht heraus. Nach dem nach monatelangem Ringen mit der GDL am Sonntag endlich eine Einigung erzielt werden konnte, gehen nun andere Konkurrenzgewerkschaften auf die Barrikaden, und drohen nun auch mit Streik.

Die übrigen Bahn-Gewerkschaften wollen offenbar, nach dem gigantischen Abschluss von 11 Prozent mehr Lohn für die Lokführer, ihren Mitgliedern beweisen, dass sie der GDL in nichts nachstehen und genauso gute Abschlüsse erstreiten können.

„Sollte es nötig sein, über die Klausel Druck auszuüben, werden wir das tun“, sagte GDBA-Chef Dieter Hommel der in Hannover erscheinenden „Neuen Presse“, Dienstagausgabe, laut Vorabbericht. Sollte die Bahn bei den Verhandlungen über ein neues Tarifsystem die Forderungen der GDBA nicht berücksichtigen, könnte die Gewerkschaft den Tarifvertrag kündigen. GDBA und Transnet könnten wegen einer Revisionsklausel ihre jeweiligen Tarifverträge kündigen, sollte die Bahn einen besseren Abschluss mit der GDL vereinbaren.

Hommel sagte zudem, er fürchte, dass die GDL 2009 ihren „Krawallkurs“ fortsetze.

„Wir legen Wert darauf, dass wir Tarifverhandlungen zukünftig abgestimmt führen: Die GDL für die Lokführer, wir für alle anderen Berufsgruppen“, sagte Hommel. Die Gewerkschaften ringen noch um die Zuständigkeit für Zugbegleiter.

Es habe lediglich am „Eiertanz“ der GDL gelegen, dass sich die Verhandlungen so lange hingezogen hätten, kritisierte Hommel. Er wehrte sich gegen den Vorwurf, dass GDBA und Transnet mit ihrem Verhandlungsergebnis von 4,5 Prozent mehr Gehalt für die übrigen Bahn-Beschäftigten schlecht verhandelt hätten. Teilweise habe man bis zu 14 Prozent für die Beschäftigten herausgeholt. Die GDL-Mitglieder hätten viel länger auf eine Gehaltserhöhung warten müssen und bekämen am Ende doch nicht mehr.

Bahn und GDL hatten sich am Sonntag nach monatelangem Tarifstreit grundsätzlich auf einen Tarifvertrag geeinigt. Er sieht eine Entgelterhöhung um durchschnittlich elf Prozent vor. Einzelheiten sollen bis Ende Januar verhandelt werden.

DCRS ONLINE meint: Wohin soll das noch führen?! Die Forderung von Bahn-Chef Mehdorn, nach einer gesetzlichen Regelung, dass pro Unternehmen nur ein Tarifvertrag geschlossen wird, scheint angesichts dieser Endlos-Debatten, durchaus sinnvoll.

Artikel vom 15. Januar 2008

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