New Yorker Gericht fällt Urteil im Organhandel-Skandal

Von Eleonore Matschge

New Yorker Gericht fällt Urteil im Organhandel-SkandalEin Gericht im New Yorker Stadtteil Brooklyn verurteilte jüngst einen 27jährigen Zahnarztgehilfen zu 27 Jahren Haft wegen heimlicher Organ-Entnahme bei mehr als 1000 Leichen. Unter den Opfern befand sich auch ein ehemaliger BBC-Journalist.

Aldorasi und seine drei Komplizen - der ehemalige Zahnarzt Michael Mastromarino, sein Angestellter Lee Crucetta sowie der Bestattungsunternehmer Joseph Nicelli - wurden 2006 wegen des Diebstahls von Knochen, Organen und Zellgewebe Verstorbener angeklagt. S

Die sollen damit Millionen von Dollar verdient haben. Der ehemalige Zahnarzt und sein Gehilfe plädierten im März auf schuldig - ihr Urteil soll zu einem späteren Zeitpunkt ergehen. Der Fall des Bestattungsunternehmers wird derzeit noch verhandelt.

Das Vorgehen der Täter wurde im Prozess von Staatsanwalt Charles Hynes, detailliert beschrieben. Mit gefälschten Totenscheinen und Organspenderausweise bedienten sich die Täter an 1077 Leichen. Beweismaterial wie OP-Handschuhe oder Schürzen wurden in den aufgeschnittenen Leichen versteckt, bevor diese wieder zugenäht wurden.

Entnommene Knochen ersetzten sie durch PVC-Rohre, damit die Leichen bei der Beerdigung äußerlich normal aussahen. Hynes sagte damals, die Vorfälle erinnerten ihn an “einen billigen Horrorfilm”.

Prominentestes Opfer war der BBC-Hörfunkjournalist Alistair Cooke. Er war 2004 im Alter von 95 Jahren an Lungenkrebs in New York gestorben. Die Angeklagten hatten aber die von ihm gestohlenen Körperteile so deklariert, als stammten sie von einem gesunden 85-Jährigen, der an Herzversagen starb.

Der Fall birgt eine besondere Härte. In vielen Fällen von Lungenkrebs handelt es sich um Karzinome im Drüsengewebe. Werden derartig befallene Gewebe verpflanzt kann es leicht zu einem erneuten Ausbruch der schweren Krankheit kommen.

Artikel vom 19. Juni 2008

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