Norbert Hansen neuer Personalchef der Bahn
Norbert Hansen wechselt die Fronten. Jahrelang hat er für die Bahn-Gewerkschaft Transnet mit Bahn-Chef Mehdorn um höhere Löhne, bessere Arbeitszeiten und gegen Entlassungen gekämpft. Jetzt wird er zu seiner rechten Hand, wenn es um die Mitarbeiter der Bahn geht, jetzt muss er für die Gegenseite kämpfen.
Gewerkschaftler betrachten das als Verrat, werfen dem 55jährigen vor, allein wegen des hohen Gehalts zur Bahn gewechselt zu sein. Als Chef von Transnet verdiente Hansen rund 100000 Euro im Jahr. Bei der Deutschen Bahn dürfte er als Personalchef auf rund das 14fache kommen, wie seine Vorgängerin Margret Suckale.
Besonders übel stößt den Gewerkschaftern auf, dass die Bahn plant tausende Stellen, vor allem Lokführer in Servicegesellschaften auszulagern, um Lohn-Dumping zu betreiben. Dies würde dann mit unter der Federführung von Hansen ausgeführt werden, der jahrelang für das Gegenteil gekämpft hatte.
Ist Hansen ein Wolf im Schafspelz ?
Am 12. Februar dieses Jahres fasste der Vorstand der DB AG laut Medienberichten folgenden Beschluss: „Der Gründung von bis zu 30 Tochtergesellschaften der DB Regio AG wird zugestimmt.“
Vorbild ist die Heidekraut-Bahn. Mit dem Regionalableger „DB Heidekraut GmbH“ unterbot die Bahn private Konkurrenten und gewann die Ausschreibung für den Regionalexpress Aachen-Siegen. Die Heidekrautbahn fällt nicht unter den Tarifvertrag der Bahn und ist laut internen Unterlagen der Bahn Vorbild für die Gründung weiterer Töchter.
Der Vorsitzende der Lokführergewerkschaft GDL Claus Weselsky greift Hansen scharf an: „Wer als Arbeitnehmervertreter das Feld bestellt, um als Arbeitgebervertreter die Ernte einzufahren, der verdient nicht das Vertrauen seiner Mitglieder.“
Bislang hat sich Hansen nicht konkret zu den Bahn-Plänen geäußert. Er versuchte lediglich mit wackeligen Versprechen die aufgewühlten Gemüter zu beruhigen und erklärte laut Medienberichten: „Es wird unter meiner Verantwortung keine Tarifflucht geben.“ Im gültigen Tarifvertrag sei vereinbart, „dass die DB AG kein Outsourcing mit dem Ziel der Tarifflucht betreiben darf“.
Bei der letzten Aufsichtsratssitzung habe er die Zusage erhalten, „dass in den neuen Tochtergesellschaften keine Tarif- und Arbeitsbedingungen eingeführt werden ohne das Einvernehmen mit den Tarifpartnern und Betriebsräten“.
Stefan Heimlich von Verdi vertraut solchen Ankündungen nicht: „Tarifliche Zusagen der DB sind nicht immer besonders viel wert. Verdi musste die Erfahrung machen, dass Regionaltöchter wie die Heidekrautbahn zum Zweck der Lohndrückerei gegründet werden.“





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