Obama hat Clinton geschlagen
Wie bitter muss das für Hillary Clinton sein. Jahrzehntelang musste sie immer im Schatten ihres Mannes stehen, jetzt wo für sie der optimale Zeitpunkt für eine Präsidentschaft gekommen ist, schnappt ihr ein junger, aufstrebener Politiker wahrscheinlich den Posten vor der Nase weg.
Eine zweite Chance, sollte sie jetzt nicht gewinnen, ist eher unwahrscheinlich. Hillary Clinton wird schließlich nicht jüngst. Schon jetzt hat die Senatorin immer wieder mit gesundheitlichen Beschwerden zu kämpfen. Auch ihr Nervenkostüm scheint nicht mehr das beste zu sein.
Für eine Präsidentin Hillary Clinton heißt es also jetzt oder nie, doch ihre Chancen auf das Weiße Haus schwinden zusehends dahin.
Mit den Wahlen vom Wochenende der vergangenen Tage hat Barack Obama Hillary Clinton in der Anzahl der Delegierten überholt und führt nun das Rennen um die Präsidentschaft an.
Nach vier Siegen am vergangenen Wochenende schlug der 46-Jährige bei den Vorwahlen in den Bundesstaaten Virginia und Maryland seine Rivalin Hillary Clinton (60) und gewann auch die Kandidatenkür in der Bundeshauptstadt Washington eindeutig.
Damit übernahm er bei den Delegiertenstimmen für den Nominierungsparteitag im Spätsommer erstmals die Führung vor Clinton. Nach Wählerbefragungen konnte Obama in Virginia und Maryland fast alle Bevölkerungsgruppen für sich gewinnen, die sich in den bisherigen Vorwahlen bisher auf die Seite der früheren First Lady geschlagen hatten. Dazu gehören nach ersten Expertenanalysen auch die Frauen.
Obama gewann in Virginia nach Auszählung fast aller Wahlbezirke deutlich mit 64 zu 35 Prozent vor Clinton. In Maryland, wo die Wahllokale wegen Eisregens länger offen gehalten wurden, zeichnete sich ebenfalls für ihn ein großer Vorsprung ab (60 zu 37 Prozent nach Auszählung von 92 Prozent der Wahlbezirke). Im Stadtbezirk Washington erhielt Obama 75, Clinton nur 24 Prozent.
Der Senator aus Illinois geht auch als Favorit in die nächste Vorwahl am 19. Februar in Wisconsin und in Abstimmungen in Hawaii. Gewinnt er dort, hätte er zehn Kandidatenküren in Folge für sich entschieden, Clinton dagegen keine. Die New Yorker Senatorin hatte bereits zuvor klargemacht, dass sie ganz auf Vorwahl-Siege in den bevölkerungsreichen gewichtigen Staaten Texas und Ohio am 4. März setzt. Entsprechend hielt sie auch bereits in der texanischen Stadt El Paso eine Wahlkampfveranstaltung ab. Obama seinerseits sagte vor jubelnden Anhängern in Madison (Wisconsin): “Wir sind auf dem Weg.” Die Dynamik werde nicht stoppen, “bevor wir einen Wandel in Washington sehen”.
Texas, Ohio und Pennsylvania gelten allerdings als Hochburgen für Clinton - Texas wegen der Latinos, Ohio und Pennsylvania wegen der Arbeiter. “Die anstehenden Wahlen in Wisconsin, Texas, Ohio und Pennsylvania werden Energie und Ressourcen ungeahnten Ausmaßes verlangen”, schreibt Obamas Wahlkampfchef in einer Mail an die Anhänger des Senators.
Den ersten Analysen zufolge gewann Obama im Gegensatz zu früheren Vorwahlen in Virginia und Maryland fast ebenso viele Stimmen weißer Wähler wie Clinton. Er gewann zudem erstmals auch größeren Zuspruch der Frauen, älteren Bürger und Einkommensschwächeren als seine Konkurrentin: Alle diese Wählerschichten waren zuvor klar Clintons Domäne gewesen. Zudem erhielt Obama weiter mit großem Vorsprung vor Clinton die Unterstützung der Schwarzen und der Jüngeren. “Nun muss sich Hillary Clinton wirklich etwas einfallen lassen”, sagte ein Kommentator des Senders Fox News.
DCRS ONLINE meint: Offensichtlich schreitet in den USA die Emanzipation der Farbigen schneller voran, als die der Frau !





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