Österreichische Gift-Praline stammt von einem Mann

Von Kerstin Moebius

Der österreichische Bürgermeister Hannes Hirtzberger wurde von einem unbekannten Mann mit einer Gift-Praline vergiftet. Dass es sich um einen männlichen Täter handelt hat nun die Untersuchung von DNA-Spuren auf der Grußkarte ergeben, die der Praline beigelegt war.

Ein Abgleich in der vorhandenen DNA-Datenbank verlief bislang negativ. Nachgewiesene Reste von Strychnin auf dem Verpackungsmaterial erhärteten die Vermutung, dass das Gift der Praline beigefügt wurde.

Der männliche Verursacher des genetischen Fingerabdruckes müsse aber nicht der Täter sein, erklärte ein Polizeisprecher jüngst. Die Kriminalisten würden nun diverse Alibis überprüfen und Personen auch nach etwaigen Beobachtungen befragen.

Die Polizei überlegt derzeit einen DNA-Massentest durchzuführen. Eine Entscheidung sei aber noch nicht gefallen.

Von der Exekutive wurde darauf verwiesen, dass so ein möglicher Massentest in einem bestimmten Verhältnis ablaufen müsste, der Personenkreis müsste entsprechend eingeengt sein. So ein Vorhaben wäre “eine der letzten Möglichkeiten”, sollten die “konventionellen” Ermittlungen nicht entsprechend verlaufen, betonte Wendler. Die “gängigen” Erhebungen in dem Fall wurden auch am Donnerstag fortgesetzt. Abseits eines möglichen DNA-Massentest wurde betont, dass alles getan werde, um den Täter zu finden.

Auf der Grußkarte waren Spuren von Lippenstift gefunden worden. Mit entsprechendem Material wurden offenbar zwei Herzen auf die Grußkarte gemalt. Das Giftopfer befand sich am Mittwoch weiterhin im künstlichen Tiefschlaf, hieß aus dem Krankenhaus Krems, wo der Lokalpolitiker und Rechtsanwalt intensiv-medizinisch betreut wird. Von ihm erwarten sich die Ermittler Aussagen, die Hinweise auf ein mögliches Motiv für die Tat liefern.

Der österreichische Politiker hatte am Samstag ein Mon Chéri gegessen, das offenbar mit Strychnin präpariert war. Er hatte die Pralinen zusammen mit einer vorgedruckten Grußkarte an der Windschutzscheibe seines Autos gefunden. Der 55-Jährige, auch Vorsitzender des “Arbeitskreises Wachau”, dürfte die Praline im Wagen auf der Fahrt nach Krems gegessen haben. Wenig später sei im übel geworden, weshalb er im Ortszentrum von Unterloiben vor dem Haus eines Freundes anhielt. Dort fiel er aus seinem Pkw und brach mit Krämpfen vor Passanten zusammen.

DCRS ONLINE meint: Offenbar ist die österreichische Polizei recht fit!

Artikel vom 14. Februar 2008

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