Österreichischer Schriftsteller als serbischer Volksheld gefeiert

Von Stefan Marx

Österreichischer Schriftsteller als serbischer Volksheld gefeiertPeter Handke ist Österreicher, aber er lebt in Frankreich und die Serben feiern den 65jährigen schon als Volkshelden. Jetzt wollen sie ihn ins Land holen. Ein serbischer Landbesitzer hat dem Schriftsteller mehrere hundert Quadratmeter Land geschenkt und die ansäßigen Bauern wollen beim Bau eines Hauses zur Hand gehen.

Hintergrund ist ein Reisebericht von Handke. Er habe sich darin für “die serbische Sache” eingesetzt.

Daher will ein serbischer Landbesitzer dem Österreicher einige hundert Quadratmeter Land im Dorf Kremna, unweit der Grenze zu Bosnien-Herzegowina, schenken, berichtet die Belgrader Zeitung “Politika” in ihrer Donnerstagausgabe.

Handke könne sich das passende Grundstück auswählen und die Bauern wollen ihm beim Bau eines Hauses helfen, sagte der Dragan Pjevic der Zeitung. Handke hatte zuvor in einem Interview dem regierungstreuen Blatt erklärt, dass Kremna “das Zentrum Europas, der Magen Europas” und sein beliebtester Ort in Serbien ist.

Nach der Veröffentlichung von Handkes Reisebericht “Eine winterliche Reise zu den Flüssen Donau, Save, Morawa und Drina oder Gerechtigkeit für Serbien” kam es 1996 zu heftigen Kontroversen. Kritiker warfen ihm eine Verharmlosung der serbischen Kriegsverbrechen und des Regimes von Präsident Slobodan Milosevic vor. Im März 2006 trat Handke auf der Beerdigung des von UN-Tribunal wegen Kriegsverbrechen angeklagten Milosevic als Redner auf.

Artikel vom 3. April 2008

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