O.J. Simpson – Schuldig in allen Anklagepunkten

Von Louis Richter

O.J. Simpson – Schuldig in allen Anklagepunkten   FotoDie Football-Legende O.J. Simpson, 61, wurde jüngst von einem Geschworenengerich in Las Vergas, Nevada, in allen Anklagepunkten für schuldig befunden. Bewaffneter Raubüberfall und Entführung. Die Vorwürfe sind keine Lappalien und dürften die Laufbahn des ehemaligen Football-Stars nachhaltig beeinflussen.

Welches Straßmaß der 61jährige erhält, ist noch unklar. Es könnte aber „lebenslänglich“ lauten.

Clarence Stewart, einer von Simpsons Komplizen. Auch er wurde schuldig gesprochen

Vier von Simpsons mutmaßlichen Komplizen hatten Simpson während der Verhandlung belastet, nur einer sagte zu seinen Gunsten aus.

Nach dem Schuldspruch muss der frühere Sportstar mit lebenslanger Haft rechnen. Das gilt auch für seinen ebenfalls schuldig gesprochenen Mitangeklagten Clarence Stewart (54). Das Strafmaß wird am 5. Dezember verkündet.

Im September 2007 soll Simpson mit seinen Komplizen das Zimmer zweier Fanartikel-Sammler im  Hotel-Kasino Palace Station in Las Vegas gestürmt haben. Er forderte die Herausgabe persönlicher Erinnerungen im Wert von 100000 Dollar. Simpson wollte nach eigenen Angaben lediglich ihm gestohlene Souvenirs zurückholen.

Die Staatsanwaltschaft machte geltend, dass der frühere Ausnahmesportler von fünf Männern begleitet wurde, von denen zwei bewaffnet waren. Simpsons Verteidiger beteuerten die Unschuld ihres Mandanten und sagten, es seien keine Waffen im Spiel gewesen. Sie bezeichneten die Zeugen der Anklage, einschließlich der beiden Opfer als unglaubwürdig, weil sie ihre Geschichte an Medien verkauften.

Simpson, der in den 1970er Jahren zu den bekanntesten Football-Profis der USA zählte, war 1995 in einem Indizienprozess von dem Vorwurf freigesprochen worden, seine frühere Ehefrau Nicole Brown-Simpson und deren Freund Ron Goldman ermordet zu haben.

Die Entscheidung einer überwiegend aus Farbigen bestehenden Jury ist bis heute umstritten. In einem späteren Zivilverfahren wurde Simpson aber zur Zahlung von Entschädigungen in Höhe von 33,5 Millionen Dollar an die Hinterbliebenen der Opfer verurteilt.

Artikel vom 5. Oktober 2008

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