Oralsex begünstigt Krebs im Rachenraum

Von Stefan Marx

Oralsex begünstigt Krebs im RachenraumDie Zahl der Tumorerkrankungen im Mund- und Rachenraum hat sich seit den 70er Jahren nahezu verdoppelt. Verantwortlich hierfür ist laut einer US-Studie die Zunahme an oralen Sexualpraktiken. So konnte unter anderem auch erneut ein Zusammenhang zwischen der Infektion mit HPV, Humanen Papillom Viren, und Krebsgeschwüren hergestellt werden.

Die Viren werden durch orale Sexualpraktiken von den Genitalien auf die Schleimhäute des Mundes übertragen, wo sie optimale Lebensbedingungen vorfinden.  Eine HPV-Infektion ist bislang vor allem als wichtiger Faktor bei der Entstehung von Gebärmutterhalskrebs bekannt.

Die Wissenschaftler hatten 45.000 Krebserkrankungen im Mund- und Rachenraum auf Basis mehrerer Datenbanken analysiert. Darunter waren rund 17.600 Erkrankungen, die mit dem HP-Virus verbunden waren und mehr als 28.000 Tumorfälle, bei denen HPV keine erkennbare Rolle spielte.

Die Analyse machte den Angaben zufolge Unterschiede im Profil der Patienten mit der einen oder anderen Krebsvariante deutlich: Betroffene mit einer Krebserkrankung, an der HP-Viren beteiligt waren, hatten im Gegensatz zu den anderen Patienten mehr orale Sexualpartner, öfter ungeschützten Sex mit häufig wechselnden Partnern und eine höhere Zahl an weiteren sexuell übertragbaren Erkrankungen.

“Bei diesen Faktoren handelt es sich jeweils um Verhaltensweisen und Einflüsse, die dafür bekannt sind, bei Frauen eine Krebserkrankung am Gebärmutterhals zu fördern”, erklärt der zweite Vorsitzende des Berufsverbandes, Klaus König. “Es überrascht daher keineswegs, dass sie auch im Zusammenhang mit oralen Krebserkrankungen zu finden sind, die durch HPV verursacht werden.”

Grundsätzlich erhöhten sie die Wahrscheinlichkeit, sich mit einem gefährlichen Typen aus der Virenfamilie anzustecken und dauerhaft infiziert zu bleiben. Weitere Risikofaktoren für Krebs im Mund- und Rachenraum sind vor allem langjähriges Rauchen und exzessiver Alkoholkonsum.

Artikel vom 21. März 2008

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