Organhandel-Skandal in Essen: “Auch mir hat Professor Dr. Broelsch ein Stück meiner gesunden Leber herausgeschnitten !”
Erst gestern berichtete DCRS über einen Oragnhandel-Skandal am Klinikum Essen. So ermittelt die dortige Staatsanwaltschaft gegen den Chaefarzt des Uniklinikum in Essen, Professor Dr. Christoph Broelsch. Er steht unter dem Verdacht, in mehr als 80 Fällen Organpatienten, die an die Klinik Spenden geleistet haben, bei Organtransplantationen bevorzugt behandelt zu haben. Jetzt aber meldet sich ein Patient des Professors: Ulrich Coppel (36), Musiker und Musiklehrer aus Münster. Ihm selbst hat Professor Dr. Broelsch ein gesundes Stück seiner Leber entfernt, um es seiner Cousine Britta einzupflanzen. Dies nennt man Lebendorganspende.
Coppel stellt den Professor in seinem Erfahrungsbericht -betreffend die Krankengeschichte seiner Cousine und seiner eigenen- , welchen DCRS unverändert, ungekürzt und mit ausdrücklicher genehmigung von Herrn Coppel im Folgenden abdruckt, völlig anders dar:
(von Ulrich Coppel) Den 28. März 2003 werde ich bis an mein Lebensende nicht mehr vergessen. An diesem Tag spendete ich durch eine Operation rund 60 % meiner Leber an meine schwer kranke Cousine. Seit ihrer Geburt litt Britta an einer sogenannten Gallengangsatresie. Trotz einer gut verlaufenen sogenannten Kasai-Operation im Säuglingsalter war ihr und das Leben ihrer gesamten Familie forthin durch die schwere Grunderkrankung gezeichnet. Ihre Kindheit verbrachte sie jahrelang isoliert von anderen Kindern, um das Risiko von für sie lebensbedrohlichen ansteckenden Kinderkrankheiten zu verringern. Doch ihre Leber funktionierte mit wenigen kürzeren Ausnahmen gut. Dies änderte sich im heranwachsenden Alter. Die Leber arbeitete immer schlechter.
Nach dem Abitur begann meine Cousine zunächst eine Ausbildung als Kinderkrankenschwester. Leider musste sie diese Ausbildung abbrechen, nachdem sich der Zustand ihrer Leber verschlechterte. Immer wieder kam es zu äusserst schmerzlichen Entzündungen der Gallengänge, die ihr im Säuglingsalter künstlich angelegt waren. Nachdem diese schweren Komplikationen zwischenzeitig wieder abklangen folgte ein zweiter beruflicher Anlauf als Erzieherin. Auch diese Ausbildung musste sie abbrechen, nachdem die Komplikationen wieder auftraten. Schliesslich war dem zirrhotische Verfall ihrer Leber nicht mehr medizinisch beizukommen. Sie verbrachte die meiste Zeit des Jahres im Krankenhaus.
Schicksalhafte Begegnung
Einem Zufall war es zu verdanken, dass ich in Münster ein Paar kennen lernte, dessen dreijähriges Kind ebenfalls an der sehr seltenen Gallengangsatresie erkrankt war. Im Gegensatz zu meiner Cousine war der kleine Junge allerdings gleich nach seiner Geburt transplantiert worden. Eine Lebertransplantation, oder eine Lebend-Leber-Transplantation war zum Zeitpunkt der Geburt meiner Cousine noch nicht möglich.
Der kleine Junge lebte seither mit einem Stückchen Leber seines Onkels. Ich beobachtete die beiden sehr aufmerksa, und erfuhr von ihnen von der Möglichkeit einer Lebend-Leber-Transplantation. Erstmals wurde diese revolutionäre Operationstechnik 1987 in Chicago durch den deutschen Chirurgen Prof. Dr. med. Dr. h.c. mult. Christoph Erich Broelsch praktiziert. Der Pionier in Sachen Organtransplantation leitet heute das Transplantationszentrum in Essen, eines der führenden Zentren Europas.
Wunder: Wussten Sie eigentlich schon dass die Leber nachwächst?
Aus meiner Sicht ist die Tatsache ein Wunder, dass die - gesunde - Leber innerhalb von Wochen selbst dann bis hin zu ihrem vormaligen Volumen vollständig nachwächst, wenn sie z. B. durch eine Operation bis zu 80 % entfernt wurde. Noch größer aber ist das Wunder, dass das explantierte Stück Leber in dem neuen Empfängerkörper ebenfalls zur vollen Funktionsgrösse heranwächst. Das Transplantat passt sich dem neuen Organismus vollständig an, wobei das Immunsystem des Empfängers durch Medikamente unterdrückt werden muss. Die Forschung arbeitet zur Zeit daran, dass durch eine Art „Impfung“ der Körper des Empfängers auf sein neues Organ vorbereitet wird, und das Transplantat nicht mehr als fremd abstösst. Bei der Niere ist das schon in einzelnen Fällen teils gelungen.
In der Debatte um die gesetzliche sog. Subsidiarität der Lebendorganspende versus der postmortalen Organspende dürften dieserlei Forschungen mit Sicherheit in Zukunft noch noch einiges an neuen Argumenten bringen. Schliesslich birgt die Kürze der Zeit, die bei einer postmortalen Organspende bis zur Transplantation geboten ist, keine Möglichkeit den Körper des Empfängers auf sein neues Organ vorzubereiten.
Durch den Zufall der Bekanntschaft mit dem Paar aus Münster war mir sofort klar, weshalb meine Cousine Ende 2002 in der Universitätsklinik Essen lag. Im Gegensatz zu Ihr selber wusste ich zum Zeitpunkt des Anrufes meiner Mutter, die mich Ende 2002 über den Krankenhausaufenthalt meiner Cousine informierte, um den Arbeitssschwerpunkt des Transplantationszentrums Essen. Meine Cousine wurde aus dem heimatlichen Freiburger Universitätsklinikums mit der Information nach Essen verlegt, dass man sich dort eine zweite Meinung einholen wolle. Um so größer ihre Bestürzung als es in Essen hieß:
Ultima Ratio: Lebertransplantation.
Genau in dieser Situation konnte ich ihr von mir aus anbieten, mich für die Möglichkeit einer Lebendorganspende in Essen evaluieren zu lassen. Selbstverständlich kann nur ein physisch wie psychisch völlig gesunder Mensch ein Organ spenden, und so wird eine sehr strikte Evaluation regelmäßig vor einer Lebendorganspende durchgeführt. Über lange Zeit hatte ich den kleinen Jungen und dessen Spender beobachten können. Der Zustand der beiden hat mir seinerzeit die nötige Zuversicht für mein Angebot gegeben. (Bild: Eine Leber wird geteilt)
Geteilte Leber ist halbes Leid
Im Zuge der Spenderevaluation, die in vielzähligen medizinischen Untersuchungen in Essen erfolgte, sprachen mich die dortigen Mediziner darauf an, ob ich bereit sei an einem Film über die geplante Transplantation mitzuwirken. Geplant sei ein 30 min. Beitrag für ZDF/3sat in einer Koproduktion mit der Frankfurter allgemeinen Sonntagszeitung zum Thema Lebend-Leberspende. Das Filmteam beabsichtige ein Spender-Empfängerpaar sowohl vor, während, und nach der Transplantation zu portraitieren. Es sei also ein Feature meiner Cousine und mir vor und nach der OP geplant, sowie Bilder aus dem Operationssaal. Diesem Plan stimmte ich insbesondere deshalb zu, weil es eine hervorragende Möglichkeit darstellte einen eigenen Beitrag zur Debatte um Organtransplantation zu leisten. Auf ein Eingehen auf die ethisch sehr kritischen Aspekte des Für- und Wider Organtransplantation wurde angesichts der Vielzahl solcher Beiträge bewusst verzichtet. So sollte gezeigt werden, wie die Lebend-Lebertransplantation mit einer neuen Methode der Computertomographie erheblich sicherer wird: Die explantierte kranke Leber direkt neben dem entommenen Stück gesunder Leber auf einem einzigen gemeinsamen Fernsehbild, dies mit dem Kommentar: „768 Gramm Leber für Britta Coppel“ sagt ohnehin mehr aus als tausende Worte zum Pro/ Contra Organtransplantation. Der herausragende Film des Journalisten und Regisseurs John A. Kantara erhielt den Namen „geteilte Leber ist halbes Leid.Die Ausstrahlung dieses Filmes im Sommer 2003 sorgte für vielzählige Reaktionen. Von ratsuchenden Betroffenen über Bewunderung bishin zur offenen Ablehnung und Beschimpfung reichte das Spektrum der Feedbacks die mich erreichten. Dies zeigt wie sensibel das Thema ist. Deshalb habe ich mich entschlossen ein Buch zu diesem Thema zu verfassen. Es gibt so vieles in diesem Zusammenhang zu sagen, dass 30 min. Film einfach nicht ausreichen.
Weitere Informationen finden Sie unter www.ulrich-coppel.de
Einen interessanten Hörfunkbeitrag von Ulrich Coppel zur Thematik finden Sie hier.
Coppel verfügt aber auch noch überw eitere interessante und brisante News, die er DCRS exklusiv zur Verfügung gestellt hat:
1. Seit nunmehr 1 1/2 Jahren ist meine Cousine Britta auf eine erneute
Lebertransplantation angewiesen. Grund hierfür ist nicht eine Abstossung der
von mir gespendeten Teilleber, auch nicht ein Transplantversagen, sondern
eine Thrombose innerhalb der Leberarterie. Diese Thrombose kann durch keinen
chirurgischen Eingriff oder medikamentös aufgelöst werden, so dass die Leber
allmählich degeneriert. Am grössten ist ihr Leiden allerdings deshalb, weil
durch die nun mangelnde Blutversorgung der mittransplantierte Gallengang
sich ständig entzündet. Dieser entzündete Gallengang macht eine ständige und
hochdosierte stationäre Antibiotikatherapie erforderlich. Verlässt meine
Cousine Britta nur für einen Tag die Klinik, dann wird sie am Folgetag mit
über 40 Grad Fieber wieder in das Krankenhaus eingeliefert. Seit über einem
Jahr ist sie nun nahezu ununterbrochen in stationärer Behandlung.
2. Die Allokationskriterien für die Leber sind von der “Ständigen Kommission
Organtransplantation” der Bundesärztekammer zum Jahreswechsel geändert
worden. Da nunmehr ausschliesslich die medizinische Dringlichkeit -ermittelt
an lediglich drei Blutwerten-, dem sogenannten Lab-MELD-Score, für die
Zuteilung eines Spenderorganes zugrunde gelegt wird, die Komplikation mit
den entzündeten Gallengängen aber weder durch den MELD Score, noch durch
dessen standadisierte Ausnahmen abgebildet wird, hat Britta derzeit keine
Aussicht auf ein Organ. Individuelle Ausnahmen sind nach den deutschen
Allokationsregeln nicht mehr möglich. Die zuvor bereits angesammelte
Höchstpunktzahl für die Wartezeit, und damit eine
Zuteilungswahrscheinlichkeit von rund 40%, sind ihr mit der Änderung der
Verteilungsregeln praktisch über Nacht wieder aberkannt worden. Hierdurch,
durch eine Änderung der Verteilungskriterien, und nicht durch Prof. Dr.
Broelsch ist ein eklatanter Behandlungsnachteil entstanden.
3. Britta ist Privatpatientin mit zusätzlicher Chefarztversicherung von
Prof. Dr. Broelsch. Wäre dem so, wie in den Medien dargestellt, dass für
5000-10000 Euro “Spende” eine Leber in der Essener Klinik “bezahlt” werden
könnte, dann hätten wir mit Sicherheit davon erfahren. Es spricht in diesem
Zusammenhang für sich, dass Britta, als Privatversicherte mit zusätzlicher
Chefarztversicherung von Prof. Dr. Broelsch seit 1 1/2 Jahren unsägliche
Qualen erleiden muss, weil sie eben kein Organ zugeteilt bekommt.
4. Wir, die Betroffenen Patienten fühlen uns weder durch Prof. Dr. Broelsch,
noch irgend einen anderen Arzt des Transplantationszentrums Essen, weder
geschädigt, noch ist uns eine bevorzugte Transplantation angeboten worden.
Auch nicht angesichts einer Privatversicherung incl. Zusatzversicherung für
die Chefarztbehandlung. Angesichts der heftigen Berichterstattung der
vergangenen Wochen, und der vielen Vorverurteilungen, leben wir in der
grossen Angst, dass uns durch eine Suspendierung von Prof. Dr. Broelsch
tatsächlich Behandlungsnachteile entstehen könnten. Denn: Prof. Dr. Broelsch
ist unstrittig einer der besten Leberchirurgen weltweit und hat unzähligen
Patienten das Leben gerettet. Wenn er, mit seinem riesigen Erfahrungsschatz,
auf öffentlichen Druck hin, und ohne dass ihm gerichtlich eine Schuld
nachgewiesen wird, suspendiert würde, wäre allen Patienten, egal ob
Kassenpatient oder Privatpatient, ein riesiger Schaden entstanden.
DCRS meint: Hut ab vor Herrn Coppel. Das ist echte Zivilcourage
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Am 20. März 2008 um 20:56 Uhr
ICH WAR DER GLÜCKLICHE DER IN DORTMUND -LÜCKLEMBERG EINE NICHT
DIAGNOSIERTE MENGELITIS ÜBERSTANDEN HATTE(SCHARLACH 1950)
ERST 1956 WURDE ES ERST FESTGESTELLT
MEINE OMA IN DORTMUND ERZÄHLTE MIR;DAS VIELE KINDER DORT GESTORBEN SIND
ANTIBIOTIKA WAR SEHR TEUER
DIE ÄRZTE HABEN ES GEGEN SCHNAPS UND ZIGARRETTEN EINGETAUSCHT
LIEBER KINDER STERBEN LASSEN
DIE MEINUNG WAR
ES WAR NORMAL
DIE NAZIÄRZTE HATTEN NOCH DAS SAGEN
UNGLAUBLICH
ICH KANNTE EINEN ARZT IN WOLFSBURG DER SICH GEGEN HITLER
UND SEINEN NAZIÄRZTEN AUFGELEHT HAT
ER KAM AN DIE FRONT
ER VERLOR EIN BEIN
SELBST OPERIERT
ER WURDE SPÄTER ARZT IN WOLFSBURG
NIE GEEHRT
ABER KIRCHLICHE NAZIHELFER(RATTENLINIE WURDE EHRENBÜRGER VON WOLFSBURG
IST DAS (ENTSCHULDIGUNG)NICHT ZUM KOTZEN.
GRUß REINER