Papst Benedikt XVI besucht Amerika

Von Christian Dieter Matuschek

Papst Benedikt XVI besucht AmerikaAm Mittwoch wird Papst Benedikt XVI zum Auftakt seines USA-Besucht den amerikanischen Präsidenten George W. Bush treffen. Die Begrüßungszeremonie des katholischen Kirchenoberhauptes soll auf dem Südrasen des Weißen Hauses stattfinden, der zugleich seinen 81. Geburtstag feiert. 9000 Gäste sind zu dem Empfang geladen.

Das sind mehr als zu jedem anderen Empfang des Präsidenten seit seinem Amtsantritt 2001. Bush gilt als tiefgläubiger Christ, er gehört der Methodistenkirche an. Unklar war zunächst noch, ob der Papst bei seinem Besuch im Weißen Haus auch kritische, politische Themen zur Sprache kommen lassen werde. So wird vermutete, dass Benedikt bei einer Unterredung im Oval Ovvide auch den Irrakkrieg und die in den USA praktizierte Todesstrafe ansprechen werde.

Der Vatikan lehnt den Irakkrieg strikt ab und hat sich immer wieder gegen die Todesstrafe ausgesprochen. Dagegen versuchte das Weiße Haus, die Differenzen herunterzuspielen.

“Es gibt Themen, bei denen unterschiedliche Auffassungen herrschen”, sagte die Sprecherin Dana Perino. “Aber es gibt viel mehr Einverständnis als Uneinigkeiten zwischen den beiden.” Benedikt kündigte an, er wollte auch das Armutsproblem in Lateinamerika ansprechen.

Benedikt XVI. hat sich zum Auftakt seiner USA-Reise “tief beschämt” über die Fälle von sexuellem Missbrauch von Jugendlichen durch US-Priester geäußert. Der Skandal, der die US-Kirche seit 2002 erschüttert, bedeute “großes Leiden” für die Opfer und für die Kirche, sagte Benedikt. “Wir werden alles tun, dass dies in der Zukunft nicht mehr passieren kann.” Daher wolle die Kirche “Pädophile vom Priesterdienst absolut ausschließen.”

Am Dienstag landete Benedikt XVI auf dem Washintoner Luftwaffenstützpunkt Andrews Air Base, wo er von Bush persönlich, dessen Ehefrau Laura und Tochter Jenna empfangen wurde.

Anschließend fuhr der Papst mit einer geschlossenen Limousine zur Nuntiatur, wo er die Nacht verbracht hat.

Bei seiner Rede vor der UN-Vollversammlung am Freitag wolle er die Vereinten Nationen dazu aufrufen, die “nicht verhandelbaren Prinzipien” der Menschenrechte stets in den Mittelpunkt ihrer politischen Handlungen zu stellen.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon kündigte an, er wolle mit dem Papst über den Kampf gegen Armut, Klimawandel und über den Dialog zwischen den Kulturen sprechen. “Wir müssen uns in diesen Tagen vielen Herausforderungen stellen. Wir brauchen die starke spirituelle Unterstützung des Papstes.”

Pastorale Höhepunkte der sechstägigen Reise sind zwei Messen unter freiem Himmel in den Baseball-Stadien in Washington und New York. Vor seinem Abflug am Sonntag wird Benedikt am “Ground Zero” beten, dem Ort der Terroranschläge vom 11. September 2001.

Artikel vom 16. April 2008

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