Perfektionistischer Einbrecher gesteht täglich neue Taten

Von Irina Heidkamp

Am Ende drückte ihn so sehr das Gewissen, dass er mit seinen Taten so nicht mehr leben wollte. Der Gentleman-Einbrecher. Er ging zur Polizei und gestand 600 Einbrüche, doch man wollte ihm nicht glauben, hielt ihn zunächst für einen Verrückten.

Frans, 27 Jahre alt, ist Perfektionist. Er hat alle seine Einbrüche sauber ineinem Buchfestgehalten. Niemals hat er Fingerabdrücke hinterlassen, möglichst keinen unnötigen Schaden verursacht. Keiner seiner Einbrüche konnte von den Behörden aufgeklärt werden. Er war in Deutschland, Holland, Belgien und Frankreich auf Beutezug. Immer unentdeckt. Frans ist eben Perfektionist.

Nun hielt er es nicht mehr aus, sitzt jetzt in Untersuchungshaft und erzählt täglich von neuen Taten. Die Beamten sind überfordert. Tatsächlich trifft alles zu, was der geständige Einbrecher erzählt, doch mit der großen Masse an Einbrüchen werden die Beamten nicht mehr fertig. Man beschränkt sich nun auf die Taten, die in Deutschland verübt worden sind.

Die zuständige Staatsanwältin Barbara van Heerde sagt: „Erst dachte ich, der Mann will sich nur wichtig machen. Das ist ein Hochstapler, der sich zum Verbrecher stilisiert. Aber wir haben jetzt viele, der von ihm gebeichteten Einbrüche überprüft. Alle seine Angaben stimmen.“ Er ist ein „echter Profi“.

Im Zuge seines spektakulärsten Falles hat Frans aus dem niederländischen Ootmarsum einen Tresor aus einem Hotel gestohlen. Der Hoteleigentümer erzählt: „Er hat einen größeren Geldbetrag und wertvolle Dokumente mitgehen lassen, die sich im Tresor befanden.“ Frans löste den gesamten Tresor aus seiner Wandverankerung. Natürlich ohne Fingerabdrücke zu hinterlassen.

DCRS ONLINE meint: Dieser Mann ist sich selbst in die Quere gekommen! Hätte er kein schlechtes Gewissen, hätte er wohl noch lange unbehelligt weiter gemacht.

Artikel vom 11. Juli 2007

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