Piraten gefährden mit Erpressung den Welthandel

Von Andre Bergmann

Piraten gefährden mit Erpressung den Welthandel   FotoVor allem vor der somalischen Küste werden Überfälle von Piraten zunehmend für eine ernst zunehmende Bedrohung für den Welthandel. Die Versicherungsprämien für Frachtgüter könnten schon bald in unermessliche Höhen schießen, wenn dem Treiben der Piraten nicht Einhalt geboten werde.

Der Golf von Aden wird für Gütertransporte immer unsicherer  und zunehmend durch Reedereien gemieden. Um von Asien nach Europa oder in die USA zu kommen, würden schon jetzt teilweise andere Strecken, trotz Umwegen, gewählt.

Die längere Route aber werde die Transportkosten und somit auch die Preise für die transportierten Güter erhöhen. Laut Chatham House wurden allein in diesem Jahr 60 Schiffe von Piraten angegriffen.

Dem Institut zufolge haben die vor der somalischen Küste marodierenden Piraten in diesem Jahr bereits bis zu 30 Millionen Dollar an Lösegeld erpresst. Die Banden hätten zwischen 500.000 und zwei Millionen Dollar pro aufgebrachtem Schiff bekommen.

Der Golf von Aden zwischen Somalia und Jemen wird jährlich von rund 20.000 Schiffen passiert, die damit den kürzesten Weg von Asien nach Europa und Nordamerika via dem Suez-Kanal nehmen. Rund 30 Prozent des Öls kommt dabei durch den Golf. Laut Chatham House sind die Piraten längst keine Gelegenheitsverbrecher mehr, vielmehr würden ihre Überfälle “immer ausgeklügelter”.

Für Aufsehen sorgen sie, seit sie vor einer Woche einen ukrainischen Frachter mit Panzern und Waffen auf dem Weg nach Kenia in ihre Gewalt gebrachten haben. Sie fordern dafür nach Angaben der regierungsunabhängigen Organisation East African Seafarers’ Assistance Programme ein Lösegeld von 35 Millionen Dollar. Es sei nur eine Frage der Zeit, wann eine der Geiseln getötet werde, warnte Chatham House.

Artikel vom 2. Oktober 2008

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