PISA – Wahrheit will man nicht hören - Baden-Württemberg droht mit Ausstieg

Von Irina Heidkamp

Nach klarer 68er Manier lügt man sich in der Politik lieber gegenseitig die Taschen voll, als an Lösungen für die Probleme zu arbeitenVorab wurden in den vergangenen Tagen bereits erste Erkenntnisse der jüngsten PISA- Studie an die Öffentlichkeit getragen. Andreas Schleicher, PISA-Koordinator der OECD steht seither in der Kritik. Er hatte klar dargestellt, dass man nicht von einer signifikanten Verbesserung bei den deutschen Schülern sprechen könne, wenn sie auch in diesem Jahr den 13. Platz belegen.

Warum will man die Wahrheit in Deutschland immer nicht hören?!

Der baden-württembergische Bildungsminister Helmut Rau (CDU) droht nun die Zusammenarbeit mit der Industrieländerorganisation zu beenden, wenn der Koordinator nicht aus seinem Amt enthoben wird..

Rau sagte der „Financial Times Deutschland“ (Freitagausgabe): „Wenn Andreas Schleicher nicht von seinen Funktionen entbunden wird, werden wir die Zusammenarbeit mit der OECD einstellen.“

Zuvor hatten bereits die Kultusminister der unionsgeführten Länder den Rückzug Schleichers gefordert. Die OECD hatte die Forderung aber umgehend zurückgewiesen.

Das ist wohl auch gut so. Wäre die OECD erpressbar, wäre sie nicht mehr glaubwürdig.

Hintergrund von Raus Drohung sind die Verträge der deutschen Kultusministerkonferenz (KMK) mit der OECD. Im Grundsatz hat die KMK zwar schon beschlossen, bis 2015 mit der OECD bei PISA zusammenzuarbeiten. Der Vertrag läuft aber lediglich bis 2009 – dann soll die nächste PISA-Studie erhoben werden. Da die Schülertests alle drei Jahre durchgeführt werden, würde sich Deutschland bei einem Ende der Zusammenarbeit frühestens an der PISA-Studie 2012 nicht mehr beteiligen.

Schleicher hatte am Dienstag gesagt, deutsche Schüler hätten sich nicht signifikant verbessert. Die jüngsten Tests könnten nicht mit denen aus dem Jahr 2003 verglichen werden. Das aktuelle Testverfahren habe bestimmte Stärken von deutschen Schülern begünstigt. Der deutsche PISA-Koordinator Manfred Prenzel widersprach: „Das Rahmenkonzept der Studie hat sich nicht verändert.“

DCRS ONLINE meint: Wie wäre es, wenn auch Politiker endlich einmal den Mut aufbringen würden, sich den Tatsachen und der bürgerlichen Realität zu stellen, als immer alles nur schön zu reden !

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Artikel vom 29. November 2007

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