PKK Geiseln auf dem Weg in die Heimat

Von Louis Richter

PKK Geiseln auf dem Weg in die HeimatAm Montag sollen die befreiten bayerischen PKK-Geiseln den Weg nach Ankara antreten, um anschließend in die deutsche Heimat zurück zu kehren. Nach bangen Tagen der Ungewissheit, waren die drei am 8. Juli verschleppten bayerischen Bergsteiger am Sonntag freigelassen worden.

Es geht ihnen offenbar den Umständen entsprechend gut.

Wie die Behörden mitteilten, hatten die Geiselnehmer die 33, 48 und 65 Jahre alten Männer auf einem Hügel in der Nähe des Entführungsortes am Berg Ararat auf freien Fuß gesetzt.

Der Gouverneur der Provinz Agri, Mehmet Cetin, berichtete, die Gendarmerie habe sie dort nach einer halben Stunde in ihre Obhut genommen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zeigte sich hoch erfreut über die Freilassung.

Dem öffentlich-rechtlichen Sender ARD sagte die Kanzlerin: “Ich bin erstmal erleichtert … Wir werden die Freigelassenen hoffentlich bald sehen und auch in Deutschland wiederhaben.”

Auf die Frage, ob Lösegeld oder ein politischer Preis gezahlt worden sei, anwortete Merkel ausweichend: “Sie wissen, dass wir alles tun, um die Geiseln frei zu bekommen.” Der Krisenstab der Bundesregierung habe eine hervorragende Arbeit geleistet. Weitere Details wollte sie nicht nennen.

Fünf Kämpfer der PKK hatten die drei Männer am Abend des 8. Juli aus einem Camp am Berg Ararat auf 3200 Metern Höhe verschleppt. Die insgesamt 13 Männer und Frauen der Gruppe waren in der Nacht vor der Gipfelbesteigung des 5165 Meter hohen Berges überfallen worden. Während zehn Mitglieder der Gruppe mit dem Schrecken davon kamen und wenige Tage später unversehrt nach Bayern zurückkehren konnten, fehlte von den drei Verschleppten, deren Namen mit Helmut H., Martin S. und Lars Holger R. angegeben wurden, zunächst jede Spur. Der Krisenstab des Auswärtigen Amtes in Berlin bemühte sich seitdem um die Freilassung der Bergsteiger.

Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) bestätigte in Berlin, die Freigelassenen befänden sich nun “in sicherer Obhut deutscher und türkischer Behörden”. Auch der bayerische Ministerpräsident Günther Beckstein (CSU) zeigte sich erleichtert. Er sei froh, dass die Geiselnahme unblutig beendet werden konnte.

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Artikel vom 21. Juli 2008

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