PKK Geiseln sind zurück in Deutschland

Von Eleonore Matschge

PKK Geiseln sind zurück in DeutschlandJetzt sind sie endlich wieder in der Heimat, in Sicherheit. Die drei freigelassenen PKK-Geiseln Helmut H. (65), Lars R. (33) und Martin S. (47) landeten am späten Montagnachmittag auf dem Münchner Flughafen. Dort wurden sie von Bayerns Innenminister Joachim Herrmann, CSU, in Empfang genommen.

Auch enge Angehörige der drei Männer wurden von der Polizei zum Flughafen gebracht und abgeschirmt.

Erschöpft, aber erleichtert erklärte Lars R.: „Wir wurden von den Entführern relativ gut behandelt, insofern geht es uns physisch ziemlich gut.“

Vor allem hätten sie sich während der Geiselhaft davor gefürchtet in eine militärische Auseinandersetzung zu geraten. „Eine der größten Sorgen von uns war, dass wir in irgendwelche Gefechte verwickelt werden.“ Das zerrte offenbar sehr an den Nerven der drei bayerischen Bergsteiger.

Türkische Medien berichten, die drei Bayern hätten in ihrer Geiselhaft ständig das Versteck wechseln müssen. Die PKK-Kämpfer sollen ihre Geiseln gezwungen haben, mit ihnen immer wieder durch das Gebirge zu marschieren – aus Angst, von Sicherheitskräften entdeckt zu werden.

„Wir sind froh, dass wir heil und gesund wieder angekommen sind“, sagte der 33-jährige Bergsteiger. „Es war für uns eine schwierige Zeit, aber schlussendlich haben wir sie gut überstanden.“

Der Kandidat für den Parteivorsitz der Grünen, Cem Özdemir (42), forderte nun erneut auf die Forderungen der PKK, - einer offizielle als Terrorganisation eingestuften Gruppe - , einzugehen. Özdemir wolle mehr Rechte für die Kurden. Die Entführung durch Aktivisten der kurdischen Arbeiterpartei PKK habe gezeigt, dass die Organisation gespalten sei in eine kriegsmüde Fraktion, die Frieden suche, und eine bewaffnete Fraktion, die den Kampf fortsetzen wolle.

Die Türkei müsse die Kurden endlich anerkennen, forderte der türkischstämmige Politiker im „Deutschlandradio Kultur“. Özdemir: „Der Weg der Türkei in die Europäische Union führt auch über eine demokratische Lösung des kurdischen Problems.“ Es müsse Kurdisch neben der Amtssprache Türkisch an staatlichen Schulen unterrichtet werden.

Die Freilassung der drei deutschen Bergsteiger in der Türkei ist nach einem Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ offenbar nur durch den Einsatz des Bundesnachrichtendienstes (BND) erreicht worden. Da sich Türken und Kurden lange nicht auf einen Vermittler hätten einigen können, baute der BND dem eigene Kommunikationskanäle zu den Entführern auf. Eine BND-Delegation, die auf dem Weg zum Berg Ararat war, sei zwar von den türkischen Behörden gestoppt worden. Sie habe aber nach einer Intervention des Bundesaußenministeriums ihre Mission fortsetzen dürfen.

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Artikel vom 21. Juli 2008

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