Polizeipräsident vergleicht Fall Michelle mit Ursula Hermann

Von Andre Bergmann

Polizeipräsident vergleicht Fall Michelle mit Ursula Hermann  Foto

Der Leipziger Polizeipräsident Horst Wawrzynski hat in einem Inteview mit der Bildzeitung den Fall der ermordeten Michelle aus Leipzig mit dem Kriminalfall Ursula Hermann aus Bayern verglichen.

Ursula Hermann wurde vor rund 28 Jahren von ihrem Nachbarn entführt und lebendig in einer Holzkiste im Wald vergraben. Der Entführer forderte Lösegeld für das kleine Mädchen, dass in seinem unterirdischen Verließ im Wald kläglich ersticken musste.

Als die Beamten das entführte Mädchen damals endlich gefunden hatten, war es längst tot.

Wo sind hier die Parallelen zu Michelle ? Hat die Polizei eine heiße Spur ?

Der Polizeipräsident dementiert. Eine heiße Spur gebe es noch nicht, aber der Fall Michelle sei auch kein TV-Krimi, sondern Realität, da könne nicht schon nach 90 Minuten ein Täter präsentiert werden. Im Fall Hermann wurde der Täter erst nach rund 28 Jahren gefasst.

Wird es bei Michelle auch so lange dauern ?

Wawrzynski verspricht, dass es viele Hinweise gebe, denen nun Schritt für Schritt nachgegangen werde. Detaillierte Angaben könne er hierzu nicht machen. Eine rosafarbene Tasche, die in Rostock auf einem Spielplatz gefunden wurde, gehört nicht dem ermordeten Mädchen.

Der Beamte muss auch einräumen, dass es eine konkrete Spur derzeit noch nicht gebe. Der Fall sei außergewöhnlich kompliziert. Der Polizeipräsident wirkt ein wenig  ratlos.

Hat die Polizei überhaupt etwas in der Hand ?

Verwunderlich sei vor allem, dass niemand etwas am Tag des Verschwindens gesehen oder gehört haben will. Entlang der Oststraße in Leipzig wurden 1800 Anwohner befragt. Ohne Ergebnis.

Angst haben müssten die Leipziger aber nicht. Dass der Täter jetzt noch einmal zuschlagen werde, sei äußerst unwahrscheinlich, so der Polizeipräsident. Eltern sollten offen mit ihren Kindern über den Mord sprechen.

Artikel vom 29. August 2008

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