Porsche kauft Mehrheit an VW
Der Autohersteller Porsche steht kurz vor der Übernahme der Mehrheit an Europas größtem Autobauer Volkswagen. Bei einer außerordentlichen Sitzung des Aufsichtsrates hat dieser am Montag grünes Licht für die Akquisition von VW-Aktien im Wert von etwa 10 Milliarden Euro erteilt.
Der Sportwagenhersteller Porsche ist an Volkswagen aktuell mit 30.9 Prozent beteiligt. Nun sollen weitere 20 Prozent erworben werden, was zum aktuellen Börsenkurs von rund 150 Euro je Aktie einer Investition von etwa 10 Milliarden Euro entspricht. Porsche hat genügend liquide Mittel, um die Aktien in nächster Zeit zu erwerben.
Sobald Porsche die Mehrheit an Volkswagen erworben hat, soll Volkswagen ein Teilkonzern von Porsche werden. Dadurch würden auch die Arbeitsnehmervertreter von Volkswagen in den Aufsichtsrat von Porsche eintreten. Aufgrund der unterschiedlichen Größe der beiden Konzerne kommt es jedoch unumgänglich zu einem Konflikt um die Arbeitsnehmervertreter: Der Betriebsrat wird von Arbeitsnehmervertreter von VW dominiert sein.
Das allgemeine Ziel der Übernahme sei eine „gemeinsame und faire Partnerschaft, um ein neues Kapitel Automobilgeschichte schreiben zu können“, so Porsche. Nun müssen diverse Kartellbehörden noch zustimmen, bevor die Übernahme eingeleitet werden kann. Diese Überprüfungen werden mehrere Monate dauern. Die Konzernstrukturen wurden aber bereits jetzt verändert.
Das Bundesland Niedersachsen, mit 20.1 Prozent zweitgrösster Aktionär beim wichtigsten Unternehmen des Bundeslandes, sieht der geplanten Übernahme kritisch entegegen. Es wird befürchtet, dass es unter neuer Führung und Porsche-Mehrheit zu Produktionsverlagerungen kommen könnte. Als Reaktion auf die Ankündigungen stiegen die Aktien von Porsche im Börsenhandel um über 2,3 Prozent auf 154,40 Euro.





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