Premiere in roten Zahlen – Finanzvorstand geht

Von Irina Heidkamp

Premiere in roten Zahlen – Finanzvorstand geht   FotoDer Bezahl-TV-Sender Premier schreibt in diesem Jahr offenbar rote Zahlen und trennt sich aus diesem Grund von seinem Finanzvorstand. Das Ergebnis im laufenden Jahr sei mit einem Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen, Ebitda, von Minus 40 bis 70 Millionen Euro zu kalkulieren, teilte das Unternehmen jüngst mit.

Finanzvorstand Alexander Teschner legte sein Amt mit sofortiger Wirkung nieder. Bis ein Nachfolger gefunden ist, übernimmt Premiere-Chef Mark Williams die Verantwortung für das Finanzressort. Williams, ein Vertrauter Murdochs, sitzt selbst erst seit Mitte September auf dem Chefsessel.

Außerdem gab das Unternehmen bekannt, dass es nun nach einer neuen Klassifizierung zum 30. September rund 2,4 Millionen direkte Abonnenten besitze. 940.000 Abonnenten, die nach der alten Klassifizierung in der bisherigen Zählung enthalten waren, seien herausgerechnet worden. Die aktuelle Abonnentenzahl setzt sich laut Premiere aus 2,293 Mio. Abonnenten, die mindestens ein Premiere-Programmpaket abonniert haben, und 118.000 Abonnenten, die Pay-Per-View und andere Pre-Paid-Leistungen aus dem Premiere-Flex-Angebot beziehen, zusammen. Die neue Klassifizierung entspreche der von anderen Pay-TV-Unternehmen.

Im August hatte der damalige Premiere-Chef Michael Börnicke für 2009 die Rückkehr in die Gewinnzone in Aussicht gestellt. Im zweiten Quartal verbuchte das Münchener Unternehmen einen Nettoverlust von 37,8 Mio. Euro. Das Ebitda belief sich von April bis Juni auf 11,2 Mio. Euro.

Als Konsequenz aus der Prognose habe Premiere Gespräche mit seinen Banken über die Restrukturierung von Kreditvereinbarungen aufgenommen und sei zuversichtlich, eine Einigung zu erzielen. Eine Kapitalerhöhung sei nicht geplant. Er sei mit den Verhandlungen mit den Banken über neue Kreditlinien zufrieden, sagte der neue Vorstandschef Williams. Weitere Details wollte Williams mit Verweis auf die Veröffentlichung der Zahlen zum dritten Quartal im November nicht nennen.

Artikel vom 3. Oktober 2008

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