Problembär Bruno - jetzt darf er auf ewig Honig klauen

Ein Kommentar von Olivia Lüdke

Problembär Bruno jetzt darf er auf ewig Honig klauenSeit Mittwoch steht der bayerische Problembär Bruno im Münchener Museum „Mensch und Natur“ im Schloss Nymphenburg. Dort hat er jetzt seine letzte Ruhe gefunden, die sich allerdings angesichts des medialen Interesses und seiner künftigen Aufgabe, alles andere als ruhig gestaltet.

In Anspielung auf sein ehemals sehr umtriebiges Wesen ist Bruno verdammt worden, für immer und ewig Honig zu stehlen.

Honig-Bienen sitzen auf seiner Nase. Der Blick von „Problembär“ Bruno ist leicht verdutzt.

Hinter dicken Glasscheiben steht Bruno zwischen Gras und Sträuchern. Er blickt den Besucher skeptisch an, man hat ihn schließlich gerade bei einer seiner Lieblingsbeschäftigungen gestört, dem Honig stehlen. Mit den Vordertatzen stützt er sich auf ein Holzgestell, um seine Hintertatzen liegen Schnecken im Gras.

Das Museum hatte angekündigt, den Bären in einer Szene aus seinem kurzen Leben zu zeigen.

Braunbär Bruno war im Sommer 2006 aus dem italienischen Trentino nach Bayern eingewandert. Er wurde erschossen, weil er den Menschen zu nahe kam. Der Abschuss hatte international Proteste ausgelöst.

Ab Donnerstag erwartet das Museum, das den Bären dann auch Besuchern zeigt, regen Andrang. Bruno ist noch immer ein Reizthema, - und wird es wohl auch bleiben.

Naturschützer sind immer noch davon überzeugt, dass der Bär mit der menschlichen Zivilisation zusammen leben kann. Hat Bruno nicht deutlich genug gezeigt, dass das nicht geht ? Im norditaliensischen Trentino werden unterdessen im Wildpark weiter vermeintlich „wilde“ Bären gezüchtet und in die Freiheit entlassen.

Ein Spiel mit der Zeit, denn irgendwann wird sich wieder ein Bär zu nah und zu oft an den Menschen heran wagen, und wieder zum Problembär degradiert. Dabei kann der Bär gar nichts dafür.

Der Mensch besitzt Verstand und muss einsehen, dass ein Zusammenleben auf so engem Raum, wie es die Alpen sind, nicht möglich ist.

Schafft dem Bären einen echten Lebensraum, keinen Zwinger, in dem er sich stets seine empfindliche Schnauze an unsere Zivilisation anstößt !

Artikel vom 26. März 2008

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