Prozess um Amokfahrt auf Berliner WM-Fanmeile begonnen

Von Andre Bergmann

Wie wird das Gericht hier wohl urteilen ?Im Prozess um die Amokfahrt auf der Berliner Fanmeile während der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 hat der
Angeklagte am ersten Verhandlungstag ein Geständnis abgelegt. So bekannte sich der 34jährige am Freitag vor dem Berliner Landgericht dem Tatvorwurf für schuldig und entschuldigte sich bei den Opfern.

Ein Hochgefühl habe ihn veranlasst, “Gas zu geben und immer weiter zu fahren”, die Menschen habe er dabei “nicht richtig registriert” sagte er.

Der ganz offensichtlich geistig verwirrte Mann wurde wegen versuchten Mordes, gefährlicher Körperverletzung sowie gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr angeklagt.

Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, am Nachmittag des 2. Juli 2006 im Zustand der Schuldunfähigkei mit seinem Pkw die Absperrung zur Fanmeile am Brandenburger Tor
durchbrochen zu haben und dann mit seinem Wagen, in dem seine Mutter als Beifahrerin saß, mit bis zu Tempo 40 auf eine Menschenmenge zugefahren zu sein.

Ziel der Verhandlung für sie Staatsanwaltschaft ist die dauerhafte Unterbringung des Mannes in der Psychiatrie.

Bei dem Vorfall wurden 24 Besucher der Fanmeile verletzt oder gefährdet, darunter drei Kinder im Alter von 8 bis 13 Jahren.

Ein Elfjähriger wurde mittelschwer verletzt. Er erlitt eine Gehirnerschütterung sowie Prellungen und lag einige Tage im Krankenhaus, während sich weitere Besucher mit einem Sprung zur Seite retten konnten.

Andere hingegen stürzten und verletzten sich leicht. Darunter war auch eine 87jährige Frau, die sich die Nase prellte.

Einige Besucher der Fanmeile erlitten einen Schock oder wurden von umgefahrenen
Absperrgittern getroffen.

Fünf Opfer nehmen im Prozess als Nebenkläger teil. Zwei von ihnen, darunter der damals elfjährige Junge, gaben an, das Auto “weder gesehen noch gehört” zu haben.

Ursprünglich habe der Angeklagte mit seiner Mutter in den Botanischen Garten fahren wollen, aber die Ausfahrt verpasst. Es sei für ihn trotzdem ein schöner Tag gewesen, und er habe die Fahrt genossen, sagte der Angeklagte. “So euphorisch war ich noch nie”, fügte er hinzu.

Nach einem Tankstopp, bei dem der Mann nicht bezahlte, fuhr er zur Staatsoper Unter den Linden gefahren, “um sich das Gebäude anzusehen”. Dort parkte in einer Tiefgarage.

Der Angeklagte berichtete dem Gericht weiter, dass er, weil sich beim Ausfahren die Schranke der Tiefgarage nicht öffnete, gegen die Barriere fuhr, so
dass sie aufsprang und setzte seine Fahrt fort.

Danach habe er die Orientierung verloren. Als er das Absperrgitter zur Fanmeile
erblickte, habe er gedacht, “was hindert mich die Absperrung an meinem Spaß”, und er habe Gas gegeben, sagte der Angeklagte.

Die Amokfahrt endete schließlich an einem Betonpoller vor der Haupttribüne am
Brandenburger Tor. Dort wurden der Amokfahrer und seine Mutter von der Polizei überwältigt. Seither wird der 34-Jährige in einer psychiatrischen Klinik behandelt. Der Prozess wird am Mittwoch fortgesetzt.

DCRS meint: Was für ein Irrer !

Artikel vom 21. September 2007

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