Prozessauftakt – Millionärin erdrosselt und mit Kalk verätzt

Von Louis Richter

Prozessauftakt – Millionärin erdrosselt und mit Kalk verätzt  FotoSie wollten eine Cannabis-Plantage, unbedingt. Weil sie das nötige Geld für eine derartige Anlage nicht besaßen, beschlossen drei Männer, 21, 22 und 54 eine 89jährige Millionärin aus Mönchengladbach zu ermorden.

Jetzt stehen sie wegen gemeinschaftlichem Mordes vor dem Landgericht Mönchengladbach. Der Jüngste des Trios, ein Tankwart, hat die Tat bei der Polizei gestanden.

Der Mordplan soll von dem Ältesten des Trios stammen, einem Installateur (54), der für die Millionärin Gelegenheitsarbeiten verrichtete.

Seine Idee: Der Tankwart sollte sich unter einem Vorwand Zutritt zur Wohnung des Opfers verschaffen, sie mit dem Draht eines Fahrrad-Bremszuges dann erdrosseln. Doch plötzlich bekam er Skrupel, blickte hilfesuchend seinen Komplizen im Treppenhaus an: „Ich wollte sie nicht mehr töten.“

Daraufhin übernahm schließlich der 22jährige Mittäter die Führung, stieß die wehrlose, alte Frau eine Treppe hinunter. Sie wehrte sich verzweifelt, konnte eine Hand zwischen das Seil und ihren Hals zwängen. Mit Fußtritten brachen die Täter schließlich ihren Widerstand.

Der 22-Jährige zog nach Darstellung des jüngsten Angeklagten das Drahtseil zu.

Nach der Tat sollen die Beschuldigten die Leiche in einer blauen Regentonne verstaut und mit ätzendem Kalk übergossen haben. Sie versuchten das Fass in einem Badesee verschwinden zu lassen. Doch entgegen ihrem Plan, schwamm das Fass auch noch zwei Tage nach der Tat an der Seeoberfläche.

„Wir haben das Fass heruntergedrückt, aber es kam immer wieder hoch“, so der 21-Jährige bei der Polizei.

Das Verschwinden der alten Dame erregte das Misstrauen der Tochter und einer Nachbarin. Sie erstatteten Vermisstenanzeige.

Als die Polizei ihre Ermittlungen aufnahm, brach der Tankwart im Verhör zusammen.

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Artikel vom 14. Oktober 2008

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