Regime-Häftling Chodorkowski - keine Begnadigung

Von Kerstin Moebius

Regime-Häftling Chodorkowski  - keine Begnadigung Foto

Der politische Häftling und ehemalige russische Ölmagnat Michail Chodorkowski muss weiter im Gefängnis bleiben. Ein Gnadengesuch, das eine vorzeitige Haftentlassung nach Halbstrafe zugelassen hätte, wurde ihm heute verwehrt.

Chodorkowski sitzt seit fast fünf Jahren hinter Gittern. Der ehemalige Eigentümer des Yukos-Konzerns war im Herbst 2003 verhaftet worden und verbüßt im Gebiet Tschita (Südost-Sibirien) eine achtjährige Haftstrafe wegen Steuerhinterziehung und Betrugs.

Außerdem läuft ein zweites Verfahren gegen den Kreml-Kritiker: Ihm werden Unterschlagung und Geldwäsche von über 18 Milliarden Euro zur Last gelegt.

Der Yukos-Konzern wurde zerschlagen und an einen staatlichen Konzern transferiert. Beobachter vermuten hinter Chodorkowskis Verurteilung politische Beweggründe.

Die Richter argumentierten, dass im Falle einer Begnadigung Fluchtgefahr bestünde. Chodorkowski könnte versuchen, wichtige Zeugen zu beeinflussen. Sie kritisierten zudem, dass er auch weiterhin jegliche Schuld bestreitet.

Artikel vom 22. August 2008

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