Regionalexpress rast in Rinderherde

Von Eleonore Matschge

Regionalexpress rast in RinderherdeNur drei Tage nach dem folgenschweren Zusammenprall eines ICEs mit einer Schafherde ist nun ein Regionalexpress in Thüringen in einer Kuhherde gerast. Acht Tiere wurden getötet. Fünf Rinder wurden so schwer verletzt, dass sie getötet werden mussten, wie ein Sprecher der Bundespolizei mitteilte. Personen wurden bei dem Unglück nicht verletzt.

“Sie kamen mit dem Schrecken davon”, sagte Hartmut Kanther von der Bundespolizeiinspektion Erfurt über die rund 30 Personen, die sich in dem Regionalexpress befunden hatten. Das Unglück ereignete bei Arnstadt auf der Strecke von Erfurt nach Würzburg.

Die Rinder waren offenbar von einer Weide ausgebrochen, die vier Kilometer von der Bahnstrecke entfernt liegt. Die Ursache wurde untersucht. Erste Angaben, nach denen der Zug entgleist sein könnte, bestätigten sich nicht.

Der Regionalexpress hatte den Bahnhof Arnstadt in Richtung Würzburg am Dienstag kurz nach 10.00 Uhr verlassen. Er fuhr den Angaben zufolge in einer Kurve mit Tempo 90 in die Rinder, die abseits von ihrer Herde auf den Gleisen standen. “Die Tiere liefen auf den Gleisen entlang, der Triebwagenführer zog die Notbremse, aber auch damit konnte der Unfall nicht verhindert werden”, sagte Kanther. Augenzeugen berichteten, die Tiere seien durch den Aufprall des rund 200 Tonnen schweren Zuges in Stücke gerissen worden.

Die Zugstrecke wurde wegen der schwierigen Aufräumarbeiten auf unbefristete Zeit gesperrt. Bagger und Kräne räumten die Tierkadaver weg. Es gebe keine äußeren Schäden an der Triebwageneinheit, lediglich die Bremsleitungen seien defekt.

Artikel vom 29. April 2008

Hinterlasse eine Antwort