Rockefeller – Betrüger kommt aus Bayern

Von Bianca Wollert

Rockefeller – Betrüger kommt aus Bayern Foto

Der Möchte-Gern Rockefeller-Erbe, der in den USA die bessere Gesellschaft um den Finger wickelte und eine Woche lang vom FBI gesucht wurde, kommt aus Bayern. Er stammt aus einer unauffälligen Familie, riss mit 17 Jahren aus und ging aus Abenteuerlust nach Amerika.

Wie sich nun herausstellte, ist der 47jährige aber nicht nur ein Betrüger, der sich die verschiedensten Identitäten verschaffte, sondern womöglich ein Schwerverbrecher. Mitunter geht es um Mord.

Der Bruder von Christian Karl G. erkannte den 47jährigen auf einem Fahnungsfoto und bestätigte den Ermittlern: „Ja, das ist mein Bruder.“ 1979 sei Christian nach Amerika gegangen.

Ein Schulfreund erinnert sich: „Der Christian hat sich immer für was Besseres gehalten und hatte die Nase weit oben. In der Schule hatte er immer Ärger, war aufmüpfig.“

In den USA hat er es offenbar auf legalem Wege auch nicht zu viel gebracht. Er nannte sich also schließlich einfach Clark Rockefeller und tat so, als ob er Erbe der steinreichen Rockefeller-Familie wäre.

Das glanzvolle Leben des Hochstaplers flog auf, als er im Juli seine eigene Tochter (7) entführte – seit der Scheidung von Ex-Frau Sandra (41) durfte er sie nur noch unter Aufsicht sehen. Wenige Tage nach der Entführung wurde er von den Fahndern geschnappt. Seine Fingerabdrücke verrieten ihn, seine zahlreichen Schein-Identitäten flogen auf, führten die Polizei zurück zu dem Schüler, der 1979 in die USA einreiste.

Jetzt sitzt G. in Boston in U-Haft. Zunächst wegen Kindesentführung. Doch die Polizei in Los Angeles sucht ihn seit 24 Jahren im Zusammenhang mit viel schlimmeren Verbrechen.

1985 verschwand im Villenvorort San Marino das frischverheiratete Ehepaar Linda und Jonathan Sohus. G. hatte unter falschem Namen ihr Gartenhaus gemietet. Als die Polizei G. zum Verschwinden des Paares befragen wollte, war er untergetaucht. Neun Jahre später wurden Leichenteile im Garten gefunden.

Ein Polizeisprecher in Los Angeles: „Es gibt noch viele Fragen, wir möchten uns mit ihm unterhalten.“

Artikel vom 11. August 2008

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