RWE- Unglück: Zahl der Toten auf 3 korrigiert – Verletzte außer Lebensgefahr

Von Jette Petersen

Ein Toter hängt an einem Sicherungshaken in 140 Metern Höhe„Wir gehen jetzt von drei Getöteten aus“, sagte ein Sprecher des Rhein-Kreises Neuss. Zunächst war berichtet worden, dass bei dem verheerenden Unglück auf der RWE-Baustelle in Grevenbroich am Donnerstag fünf Menschen ums Leben gekommen seien. Doch noch immer konnten nicht alle Opfer geborgen werden.

Eines des Todesofper liegt offenbar auf einem Querträger in rund 70 Metern Höhe. Die Rettungskräfte können bislang nicht weiter auf das Unglücksgelände vordringen, weil die Gefahr besteht, dass weitere, tonnenschwere Eisenteile von dem Gerüst stürzen. Die Rettungskräfte erwägen eine Bergung aus der Luft, doch auch hier besteht die Gefahr, dass weitere Gerüstteile durch Erschütterungen zu Boden stürzen könnten.

Ein Toter wird auf dem Boden unter verschiedenen Gerüssteilen vermutet, ein weiterer hängt seit gestern an einem Seil, mitten in dem zerstörten Gerüst. Bei den Todesopfern handelt es sich größter Wahrscheinlichkeit nach um Tschechen und Slowaken.

Nach derzeitigem Kenntnisstand wurden 5 Männer, im Alter zwischen 20 und 30 Jahren verletzt. Auch hier handelt es sich um Arbeiter mit slowakischer und tschechischer Nationalität. Sie wurden mit schwersten Verletzungen in Krankenhäuser, unter anderem auch in die Uniklinik Düsseldorf gebracht. Lebensgefahr besteht für die geborgenen Verletzten offenbar nicht mehr.

Ein Einsatzhelfer erlitt einen Herzinfarkt und musst ebenfalls in eine Klinik eingeliefert werden.

Zu der Korrektur der Todesopfer erklärte Harald Viethen, Sprecher des Thein-Keises Neuss: „Diese Zahlen haben sich glücklicherweise als falsch herausgestellt, weil doch weniger Menschen auf dem Gerüst arbeiteten als zunächst geglaubt.“

Trotz größter Bemühungen gestalten sich die Bergungsarbeiten der verunglückten Arbeiter schwierig. Ein Polizeisprecher: „Die Sicherungsarbeiten für die Bergung werden vorbereitet, das ist alles sehr aufwendig.“ Polizei, Feuerwehr und unzählige Statiker sind derzeit damit beschäftigt, die Unglücksstelle zu untersuchen und eine Strategie für die Bergung zu erarbeiten.

Überlebende sind noch völlig verstört von dem Unglück, berichten von einem Tosen und einer drauffolgenden, tödlichen Stille. Kein einziger Hilferuf sei über das Areal geschallt.

Die Ursache für den Einsturz des rund 450 Tonnen schweren Gerüst auf der größten Baustelle Europas, ist noch völlig unklar. RWE ist auf dem Areal mit dem Bau eines gigantischen Kohlekraftwerkes beschäftigt, das künftig bis zu 10 Millionen Menschen mit Strom versorgen soll.

DCRS ONLINE meint: Warum arbeiten auf dieser Großbaustelle überwiegen Tschechen und Slowaken, wenn wir so viele Arbeitslose haben ?!

Artikel vom 26. Oktober 2007

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