Schubsender U-Bahn-Opa rechtfertigt sich mit Zweitem Weltkrieg

Von Louis Richter

Schubsender U-Bahn-Opa rechtfertigt sich mit Zweitem WeltkriegRechtfertigen die traumatischen Erlebnisse eines 69jährigen Mannes aus dem Zweiten Weltkrieg, ein junges Mädchen grundlos vor die U-Bahn zu schubsen ?

Laut Ansicht von Ludwig D. ist es zumindest eine Entschuldigung für sein brutales Verhalten. Der 69jährige schubste in der Münchner U-Bahn ein Mädchen gegen die einfahrende Bahn. Nur durch einen Zufall, geriet die 13jährige nicht unter die Räder, sonder wurde zurück auf den Bahnsteig geschleudert.

Jetzt liefert Ludwig D., laut Medienberichten seine zweifelhafte Erklärung ab: Er habe sich bedrängt gefühlt durch die Gruppe herumalbernder Schüler, sagte er bei der Polizei aus. Mit dem Schubsen wollte er sich „Freiraum“ verschaffen.

Sein Anwalt Peter Guttmann: „Es war 1945 im Zweiten Weltkrieg. Er war sechs Jahre alt und saß mit Mutter und Bruder im Bunker in Plauen. Permanente Angriffe, der Bunker wurde von einer Phosphor-Bombe getroffen.“ In Panik stürzten die Leute raus, berichtet Guttmann, „der Fluss brannte und er hatte große Angst“. Ludwig D. hat den Bombenangriff überlebt, doch seitdem hat er Angst, wenn ihm andere Personen zu nahe auf den Leib rücken.

Ludwig D. soll nun psychiatrisch untersucht werden, ob seine Angaben tatsächlich der Wahrheit entsprechen und ob diese eine verminderte Schuldfähigkeit rechtfertigen.

Das 13jährige Mädchen, das den Vorfall glücklicherweise fast unverletzt überlebte, ist nun allerdings auch schwer traumatisiert. Sie sagt: „Beim U-Bahnfahren habe ich jetzt Angst.“

Der Rentner hatte nach der Attacke sogar noch zu ihre gesagt: „Selber schuld!“ Dann stieg er mit seiner Begleiterin in die U-Bahn und fuhr seelenruhig davon.

Immerhin schrieb er der Schülerin inzwischen einen Entschuldigungsbrief: „Ich wollte das nicht. Ich entschuldige mich für mein Verhalten.“

DCRS ONLINE meint: Überall und jedermann findet ständig irgendeine dumme Erklärung für sein Fehlverhalten. Warum hat unsere Gesellschaft verlernt zu Fehlern zu stehen, sie einzusehen und die Verantwortung dafür zu übernehmen, anstatt sich mit irgendwelchen Floskeln heraus zu winden?!

Artikel vom 3. Juli 2008

Eine Antwort zu “Schubsender U-Bahn-Opa rechtfertigt sich mit Zweitem Weltkrieg”

  1. TOBIAS RÜGER meint:

    Also wenn der Typ aus Plauen kommt und in München wohnt, dann hat er ja strengenommen einen Migrationshintergrund. Dann könnte es vor Gericht gut laufen für ihn.

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