Sister-Act in Wimbledon – Venus William gewinnt

Von Marina Koch

Sister-Act in Wimbledon Venus William gewinntVenus William hat in Wimbledon ihren fünten Sieg nach Hause gespielt und besiegte im Finale einmal öfter ihre Schwester Serena Williams mit 7:5 und 6:4. Insgesamt war es nach 2000, 2001, 2005 sowie dem vergangenen Jahr der fünfte Triumph an der Church Road für Venus. Nur sieben Spielerinnen haben dort häufiger den Siegerteller hochgehalten.

Zwar teilten sich die Schwestern während der vergangenen zwei Wochen in London ein Haus und eine Küche, doch am Samstag kämpfte jede nur für sich. Die Einheit dauerte schließlich 1:51 aufregende Stunden, in denen sich die beiden Schwestern gegenseitig das Letzte abverlangten. Bei schwierigen Bedingungen mit starken Winden erwischte die kräftigere Serena in beiden Sätzen den besseren Start, kam mit aggressivem Spiel jeweils zu einem frühen Break.

Doch Venus, die ihren insgesamt siebten Erfolg bei einem Grand Slam feierte, hielt dagegen und schaffte vor allem dank schneller Beine und eines guten Aufschlages beide Male die Wende. Nur bei den US Open 2001 hatte sie in zuvor sechs Grand-Slam-Finals gegen ihre Schwester gewonnen. Insgesamt glich sie im 16. Spiel seit 1999 zum 8:8 aus.

Um Punkt 14.00 Uhr Ortszeit betraten die beiden zu ihrem siebten Aufeinandertreffen in einem Grand-Slam-Finale den Rasen. Vater und Trainer Richard Williams war da schon gar nicht mehr vor Ort. Der Mann, der seine Töchter einst zum Tennis geschickt hatte, um der Familie ein besseres Leben zu ermöglichen, mochte sich das Duell nicht mit ansehen und flog zurück in die USA.

Das ganz große Match hatte niemand in London erwartet, zu sehr schienen die Schwestern bei ihren vorherigen Matches stets gehemmt. Doch diesmal war es tatsächlich ein Kampf auf Biegen und Brechen, beide schienen den Titel wirklich zu wollen. Niemand dachte mehr an die Aussagen der Russin Jelena Dementjewa, im Halbfinale gegen Venus Williams unterlegen.

Nicht als einzige hatte Dementjewa die Vermutung geäußert, der Ausgang der Partie könnte in einer Art “Familienentscheidung” schon vorher feststehen. Alles nicht so gemeint, hieß es später von Dementjewa-Seite. Auch Venus hatte das kategorisch von sich gewiesen: “Ich habe unendlich viel Respekt vor mir und meiner Familie. So etwas zu erwähnen, ist extrem respektlos.”

Rainer Schütterl schied unterdessen im Halbfinale gegen Rafael Nadal aus. Der Deutsche musste weitere Spiele absagen, weil er mit einer ernsthaften Verletzung zu kämpfen hat. Im Finale der Herren stehen sich nun Roger Federer und Rafael Nadal gegenüber.

Artikel vom 6. Juli 2008

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