SPD – Chef Kurt Beck spielt beleidigt

Von Bianca Wollert

SPD Chef Kurt Beck spielt beleidigtIst einem die Selbstkritik zu unbequem, sucht man den Fehler eben bei jemand anderem. Weil es SPD-Chef Kurt Beck offenbar gar nicht gefällt, über seine miserablen Umfragewerte weiter zu debattieren, attackiert er nun Bundeskanzlerin Angela Merkel und macht sie für die schlechte Stimmung in der großen Koalition verantwortlich.

So beschwerte sich Beck jüngst vor allem über die vermeintliche Unkollegialität der Union. In einer Koalition komme es darauf an, “auch dem Partner seine Erfolge zu gönnen und nicht ständig zu versuchen, ihm auch noch die letzte Butter vom Brot zu kratzen”, sagte Beck der “Bild”-Zeitung.

Gerhard Schröder habe sich immer nach diesem Leitsatz verhalten. Deshalb sei er der bessere Regierungschef gewesen. Allerdings hat Kurt Beck offenbar vergessen, dass dieser gar keine große Koalition zu führen hatte.

Zudem scheint sich Beck, angesichts des eigenen Mangels, mit vermeintlichen Lohrbeeren des Vorgängers schmücken zu wollen.

Merkel und die CDU dagegen verhielten sich so, als “seien sie allein in der Regierung”, kritisierte Beck.

Zudem werde einiges von dem, was gemeinsam beschlossen worden sei, hinterher von der CDU oder CSU wieder in Frage gestellt. Als Beispiele nannte er etwa den Gesundheitsfonds und den Mindestlohn.

Auf die Kritik aus den eigenen Reihen entgegnete der SPD-Chef, er sehe in dem unterschwelligen Vorwurf “Mann aus der Provinz” nichts Negatives. Auch auf Umfragen gebe er nicht viel. In diesen schneiden Beck und seine Partei seit langem schlecht ab, was zu einer Debatte über den künftigen SPD-Kanzlerkandidaten geführt hat.

Artikel vom 7. Juli 2008

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