Sprachtests für Zuwandererkinder im Vorschulalter

Von Irina Heidkamp

Maria BöhmerDie Bundesbeauftragte für Integration Maria Böhmer hat die Bundesländer erneut aufgerufen, ihrer Integrationspflicht nach zu kommen und in diesem Zuge Sprachtests für Zuwandererkinder im Vorschulalter durchzuführen. Außerdem forderte die Staatsministerin gezielte Sprachförderung.

Sie hoffe sehr, „dass alle Länder möglichst bald ihrer Selbstverpflichtung nachkommen, flächendeckende Sprachtests und -förderung für alle Kinder im Kindergarten einzuführen“, sagte die Bundesbeauftragte für Integration im Interview der Nachrichtenagentur ddp. Migrantenkinder blieben oft „hinter ihren Fähigkeiten zurück, weil ihnen die Deutschkenntnisse“ fehlten.

Die Integrationsbeauftragte betonte in diesem Zusammenhang, dass Sechsjährige „besonders häufig in bildungsfernen Schichten“ unabhängig von ihrer nationalen Herkunft „heute manche Dinge nicht mehr beherrschen, die früher selbstverständlich“ gewesen seien.

Deren Eltern nähmen sich zu wenig Zeit für ihre Kinder und ließen sie lieber vor dem Fernseher allein, statt mit ihnen zu spielen. „Für diese Kinder wäre es in der Tat sehr hilfreich, den Kindergarten zu besuchen“, sagte Böhmer.

Sie warnte zugleich vor einer Verschärfung sozialer Probleme „in einigen Vierteln unserer Großstädte“. Gegenden mit einer sozial schwachen Bevölkerung mit schlechten Deutschkenntnissen, geringer Bildung und hoher Arbeitslosigkeit, ohne ausreichende Infrastruktur, Kultur- und Freizeitangeboten seien „der ideale Nährboden auch für jede Form der Radikalisierung“, betonte die CDU-Politikerin.

Wer es sich leisten könne, ziehe häufig aus solchen Vierteln weg. „Wenn wir nicht Verhältnisse wie in den französischen Vorstädten haben wollen, müssen wir hier massiv gegensteuern. Wir brauchen wieder mehr ethnisch und sozial gemischte Wohnquartiere, das ist auch besonders wichtig für die Entwicklung von Kindern“, sagte die Staatsministerin.

Der von Böhmer kürzlich vorgestellte siebte Bericht zur Lage von Ausländern in Deutschland hatte erhebliche Defizite bei der Bildungssituation junger Migranten gezeigt. Rund 40 Prozent der ausländischen Jugendlichen fehlt demzufolge jegliche berufliche Qualifizierung, nur 23 Prozent absolvierten eine Berufsausbildung, 18 Prozent blieben ohne Schulabschluss.

DCRS ONLINE meint: Frau Böhmer wird sich noch mehr Gehör verschaffen müssen, bis ihre unbequeme Wahrheit gehört wird.

Artikel vom 23. Dezember 2007

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