Strafanzeige gegen Lebensmitteldiscounter Aldi Nord

Von Bianca Wollert

Strafanzeige gegen Lebensmitteldiscounter Aldi NordEinem Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ zufolge hat die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi eine Strafanzeige gegen den Lebensmitteldiscounter Aldi Nord angekündigt. Die Gewerkschaft wirft dem Unternehmen vor, dass es das Betriebsverfassungsgesetz gebrochen habe und Verdi-Chef Bsirske sprach von „kriminellen Machenschaften“.

Aldi Nord soll jahrelang verdeckte Zahlungen an den ehemaligen AUB-Bundesvorsitzenden Wilhelm Schelsky getätigt haben, um die AUB zu fördern. Durch das Betriebsverfassungsgesetz sind derartige Zahlungen, sowie jede einseitige Einflussnahme von Arbeitgebern auf Betriebsratswahlen verboten.

“Dass Aldi sich solcher Methoden bedient, um Gewerkschaftsarbeit zu unterdrücken, lässt Zweifel an der moralischen Integrität der dort Handelnden aufkommen”, sagte Bsirske der Zeitung.

Jetzt fordert Bsirske daher Konsequenzen. Die Eigentümerfamilie von Aldi-Nord um den Aldi-Bruder Theo Albrecht, müsse sich nun konkret zur Verantwortung stellen und zu dem verdeckten AUB-Sponsoring bekennen.

Oder aber gegenüber den Verantwortlichen in der Unternehmensleitung Konsequenzen ziehen.

Bei der AUB handelt es sich um die arbeitgeberfreundliche Betriebsräte-Organisation “Arbeitsgemeinschaft Unabhängiger Betriebsangehöriger”.

Die Supermarktkette habe über eine Essener Anwaltskanzlei Zahlungen an den damaligen AUB-Chef Schelsky geleistet, hatte die Zeitung zuvor berichtet. Mit 120.000 Euro pro Jahr sei so ein AUB- Mitarbeiter finanziert worden, der sich um Aldi-Betriebsräte “gekümmert” habe.

Schelsky selbst hat allerdings auch noch ganz andere Sorgen. Er sitzt wegen Zuwendungen in Millionenhöhe von Siemens in Untersuchungshaft.

Die Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth sei bei ihren Ermittlungen wegen der mutmaßlich gesetzeswidrigen Kooperation von Siemens, Schelsky und dessen AUB darauf gestoßen, dass auch Aldi-Nord die Organisation insgeheim gefördert habe. Die Aldi Einkauf GmbH in Essen habe der Zeitung die Zahlungen, die bis 2006 erfolgt seien, bestätigt.

DCRS ONLINE meint: Wer kann es da dem Bürger verübeln, dass die allgemeine Meinung über Konzerne nicht sonderlich gut ist !?

Artikel vom 7. April 2008

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