Streiktage seit 1993 auf neuem Rekordniveau

Von Stefan Marx

Die deutschen Arbeitnehmer sind unzufrieden. Das äußert sich unter anderem auch in der Rekordzahl der im Jahr 2007 gezählten, bestreikten Arbeitstage. Mit 580000 Streiktagen haben die deutschen Arbeitnehmern so viel wie seit 1993 nicht mehr, gestreikt. Das erklärte der Tarifexperte des Instituts der deutschen Wirtschaft, IW, Hagen Lesch, gegenüber der „Frankfurter Rundschau“.

Die Ausstände der Lokführer, die in der Gewerkschaft der Lokführer organisiert sind und vor allem im letzten Viertel des Jahres für viel Unruhe sorgten, schlagen dabei lediglich mit acht Prozent zu Buche. Der Ausstand der Telekom-Mitarbeiter im vergangenen Jahr machte hingegen 70 Prozent der Streiktage aus.

Der damalige fünfwöchige Arbeitskampf bei der Deutschen Telekom richtete sich gegen die Auslagerung von 50 000 Beschäftigten und die Kürzung ihrer Gehälter. „Solche Abwehrstreiks sind ein neues Phänomen“, sagte Lesch dem Blatt. Für dieses Jahr rechne Lesch mit relativ kurzen Arbeitskämpfen. Lohnkonflikte seien nicht „so zäh wie Abwehrstreiks“. Dank der besseren Konjunktur sei diesmal auch eine spürbare Gehaltserhöhung möglich, etwa im öffentlichen Dienst.

Zuversichtlich zeigte sich Lesch gegenüber der Zeitung auch beim Tarifkonflikt zwischen der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) und der Deutschen Bahn. Ihm zufolge sei „allenfalls damit zu rechnen, dass die Lokführer nochmal drei oder vier Tage streiken“. Die GDL müsse die Verhältnismäßigkeit wahren, andernfalls könnten Gerichte erneut Streikverbote aussprechen.

DCRS meint: Dass Arbeiter von ihren Gehältern oftmals kaum mehr leben können ist Fakt. Doch die Methode zur Behebung sollte überdacht werden. Mit Gehaltssteigerungen, steigern sich auch die Lebenshaltungskosten. Vor allem Energie muss wieder für jedermann billig zu haben sein.

Artikel vom 2. Januar 2008

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