Strom abgestellt – 50jährige verbrennt in ihrem Haus
Schon wieder ist ein ungeheures Unglück mitunter auf die horrenden Energiepreise zurück zu führen. Eine 50jährige Frau aus Neumarkt-St. Veit im bayerischen Landkreis Mühldorf am Inn hatte einfach das Geld nicht, sich Licht und Wärme zu gönnen. Aus Scham für ihrer Armut, nutzte sie Kerzen und verbrannte Müll, um sich zu wärmen. Jetzt ist sie tot, verbrannt in ihrer Mietimmobilie.
Rosemarie R. besaß nicht einmal mehr das, was man zum Leben braucht: Seit Monaten lebte die 50-Jährige bitterarm ohne Strom. Die einzige Lichtquelle in ihrer Wohnung war eine Kerze. Das wurde ihr zum tödlichen Verhängnis. Die kleine Flamme setzte drei Reihenhäuser in Brand, Rosemarie R. starb. Ein 78-jähriger Nachbar wurde verletzt.
In der Nacht zum Montag hatte Rosemarie R. offenbar vergessen die Kerze zu löschen. Als in dem gemieteten Reihenhaus Feuer ausbrach, versuchte die 50jährige vermutlich noch den Brand selbst zu löschen. Doch die Flammen griffen auf die angrenzenden beiden Reihenhäuser über. Die Feuerwehr rettete aus dem einen den schlafenden Nachbarn (78). Er erlitt eine Rauchvergiftung. Aus dem anderen Eckhaus befreiten die Rettungskräfte eine Frau (48) und einen Mann (24), sie blieben unverletzt. Die Häuser brannten komplett aus. Sachschaden: 500 000 Euro.
Rosemarie R. konnte nur noch tot geborgen werden.
Der Tod der 50-Jährigen ist der tragische Schlusspunkt eines traurigen Lebens. Dabei wollte Rosemarie R. nur den Menschen helfen. Ihre Arbeit als Kindergärtnerin reichte ihr dafür nicht. IN München studierte sie Kunsttherapie und nahm daraufhin eine Stelle an.
Als sie schließlich auf Grund eines Autounfalls nicht mehr in die Arbeit fahren konnte, war der Traum zu Ende. Sie wurde gekündigt und stürzte ab.
„Das war der Beginn ihres sozialen Abstiegs”, glaubt Bruno Rohde, ein Bekannter und Vertrauter der Toten. Er und seine Frau vermittelten Rosemarie K. eine Wohnung in Feichten, einem Ortsteil von Neumarkt-St. Veit. Rosemarie R. wollte sich dort als Kunsttherapeutin selbstständig machen. Doch die Kunden blieben aus. Rohde erinnert sich an die schwierige Zeit: „Ich habe mit ihr nach Jobs gesucht.”
In der Umgebung fand sie keine Stelle, beruflich umsatteln wollte sie nicht und nach München oder Regensburg zog sie nicht, um ihre beiden großen Hunde und ihre vier Katzen nicht zu verlieren. Soziale Kontakte zu ihrer Familie konnte der Frau auch nicht weiterhelfen. Das zermürbte Rosemarie R. Sie wurde schwer krank. Eine Behandlung konnte sie sich aber nicht leisten.
Rohde: „Sie war nicht versichert.” Er kümmerte sich um die ärztliche Versorgung, beantragte eine Vollmacht für seine Bekannte und kümmerte sich darum, dass Rosemarie R. Arbeitslosengeld bekam.
Kurz darauf der nächste Schlag: Ihre Wohnung in Feichten wurde gekündigt - sie konnte den Strom nicht mehr bezahlen. Daraufhin zog sie - vor gut einem Jahr - nach Neumarkt-St.-Veit, in das mittlere von drei Reihenhäusern.
Die liegen direkt an der Bundesstraße 299. „Keine bevorzugte Wohnlage”, sagt Feuerwehrkommandant Rudolf Reichgruber. Am Haus, das laut Polizei um 1890 gebaut wurde, sei lange nichts gemacht worden, nichts isoliert gewesen. Schon im Januar konnte die 50-Jährige auch hier die Stromrechnung nicht mehr bezahlen, ihr wurde der Strom abgestellt.
Seitdem hauste die Hartz-IV-Empfängerin ohne elektrisches Licht. Bürgermeister Erwin Baumgartner sagt, er wusste nichts von ihrer Armut: „Mir persönlich war sie nicht bekannt.” Auch das Landratsamt erklärte gestern nicht, wie es dazu kommen konnte, dass die Hartz-IV-Empfängerin monatelang ohne Strom lebte.
Schon am Sonntagabend hatten Nachbarn, die Rosemarie R. meist nur vom Sehen kannten, beißenden Rauch festgestellt. Ein Nachbar sagt: „Aber das ist öfter vorgekommen. Die Frau hat Müll verbrannt, das hat bestialisch gestunken.” Vermutlich, um sich zu wärmen.
DCRS ONLINE meint: Was für ein Armutszeugnis für Deutschland. Das sind Ghetto- Zustände !





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