Taliban wollen nun in die Politik anstatt Krieg zu führen
Wie der amerikanische Fernsehsender CBS News berichtet, wollen die Taliban nach sechs Jahren Bek‰mpfung durch die Vereinigten Staaten und ihrer Verb¸ndeten den Wiedereinstieg in die Politik versuchen.
Ein grosser Teil des 30 Mitglieder umfassenden Rats der Taliban befürwortet Verhandlungen mit der Regierung des afghanischen Präsidenten Hamid Karzai. Die Mitglieder des Rates glauben, es ist Zeit, von dem endlosen Krieg mit Afghanistan und den USA abzusehen und zu einem legitimierten politischen Teil Afghanistans zu werden. So erhofft man sich, verschiedene Teile des Landes legitim politisch kontrollieren zu können.
Präsident Karzai sagte am Sonntag, dass seine Regierung bereit ist, mit den Taliban über eine politische Beteiligung zu diskutieren. Zum ersten Mal seit der Vertreibung der Taliban haben Talibanführer auf das Angebot positiv reagiert.
Gegenüber CBS News sagte der Talibansprecher Qari Yousef Ahmadi, dass die Taliban zu direkten Gesprächen mit der Regierung von Karzai bereit seien.
Karzai versicherte, dass alle Talibanmitglieder mit der Absicht, Frieden zu vermitteln, nicht verhaftet werden und nichts zu befürchten haben. Ein führender Kommandeur der Taliban sagte dem Sender CBS gegenüber, dass die Taliban bereit ist, über die politische Beteiligung in verschiedenen Provinzen zu diskutieren. Man erhofft sich so die Kontrolle über diverse Provinzen.
Erst vor einigen Wochen erzielte die Taliban einen politischen Sieg. Sie zwangen Südkorea, in den direkten Dialog mit der Taliban zu treten. Trotzdem gestand Südkorea der Taliban nur wenig zu, zumal die südkoreanischen Truppen im Land sowieso abgezogen werden sollten. Die Taliban schaffte es dabei aber, als souveräne Organisation zu agieren und aufzutreten, ohne Beteiligung der Regierung in Kabul. So schaffte es die Taliban, direkt mit einem anderen Staat zu verhandeln.
Vor allem der abnehmende Rückhalt der Taliban in der afghanischen Bevölkerung und der andauernde ineffiziente Krieg gegen die überlegenen US Truppen haben die Taliban dazu gebracht, sich über andere Methoden Gedanken zu machen.
Die militante Betätigung der Taliban, also Selbstmordanschläge, Angriffe sowie Geiselnahmen, werden von einer Vielzahl von hohen Talibanvertretern als eher negativ für die Organisation gewertet. Die Kosten für den Krieg gegen einen Gegner wie die USA sind laut einem Talibankommandeuren zu hoch.
Der Einfluss von El Kaida hat abgenommen, und die Taliban versucht sich von der Terrororganisation zu distanzieren. Auch will sich die afghanische Taliban von dem pakistanischen Ableger distanzieren. Die Taliban in Pakistan nämlich ist viel enger mit der Terrororganisation El Kaida verwoben und wird von einigen Talibanmitgliedern sogar als Bedrohung für die afghanische Taliban gesehen.
Nur einer der 30 Räte der Taliban gibt öffentlich zu, noch enge Verbindung mit Osama Bin Laden zu haben. Mullah Mansor Dadullah ist überzeugt gegen die Verhandlungen mit der Regierung von Karzai. Der Rat hat Dadullah aber gewarnt, seine Pro-El-Kaida Rhetorik einzustellen.
Ein westlicher Diplomat, der seinen Namen nicht nennen wollte, sagte CBS News gegenüber: „Die Welt ist voll von Beispielen von Feinden, die einst Feinde waren, nun aber engste Verbündete sind. Aber so lange die Vereinigten Staaten den Verhandlungen mit der Taliban nicht zustimmen, werden dem afghanischen Präsidenten Karzai die Hände gebunden sein“.
DCRS meint: Politik wäre sicher eine viel bessere Lösung als Krieg !
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