Telekom-Skandal: Wolfgang Bosbach fordert Abgang von René Obermann

Von Christian Dieter Matuschek

Telekom-Skandal: Wolfgang Bosbach fordert Abgang von René Obermann    FotoEr hat sich entschuldigt. Was kann er auch sonst tun. Telekom-Chef René Obermann ist weiterhin scharfer Kritik angesichts des Daten-Skandals bei der Deutschen Telekom ausgesetzt. 17 Millionen Kundendaten wurden geklaut, darunter die Adressen von hochrangigen Politikern, Personen aus Wirtschaft und Showbussiness.

Der Unionsfraktionszive Wolfgang Bosbach, CDU, forderte jetzt den Rücktritt von Obermann. Auch Datenschützer üben weiterhin scharfe Kritik und fordern schärfere Gesetzt zum Schutz der Bürger.

“Die Pläne der Bundesregierung sind noch nicht der große Wurf, den wir zum Schutz der Verbraucher benötigen”, sagte der Vorsitzende des Innenausschusses im Bundestag, Sebastian Edathy (SPD).

Edathy sprach sich in der “Neuen Osnabrücker Zeitung” unter anderem für eine “Meldepflicht für Unternehmen” bei Datenmissbrauch aus.

Er plädierte dafür, “Kundendaten in Unternehmen nur noch verschlüsselt zu speichern und eine automatische Protokollierung jedes Datenzugriffs vorzuschreiben”.

Ähnlich äußerte sich Bosbach: “Kunden müssen sofort informiert werden, wenn ihre Daten in falsche Hände gelangt sind. Das ist eine Bringschuld der Unternehmen, die wir gesetzlich festlegen sollten.”

“Wir brauchen eine wirkliche Zertifizierung mit hohen Sicherheitsstandards für alle Stellen, die personenbezogene Daten speichern”, sagte Bosbach dem “Hamburger Abendblatt”.

Außerdem müsse das Datenschutzrecht “auf die Höhe der Zeit gebracht werden. Dazu gehört eine lückenlose Protokollierung wer, wann, weshalb auf welche Daten zugegriffen hat”, so der CDU-Politiker. Das müsse auch für die legalen Zugriffe der Telekom-Mitarbeiter gelten. Der Staat muss diese Standards überprüfen können.

Ob die Sicherheitsmaßnahmen allerdings auch für staatliche Einrichtungen gelten sollen, wurde nicht diskutiert.

Artikel vom 6. Oktober 2008

4 Antworten zu “Telekom-Skandal: Wolfgang Bosbach fordert Abgang von René Obermann”

  1. Politikus meint:

    Sehr richtig, und nimm diesen Blödschwätzer Bosbach auch gleich mit.
    Das wissen diese Idioten doch schon seit 2006 und jetzt regen sie sich auf ???
    Dämliches Pack.

  2. J. Brück meint:

    Hallo zusammen,

    was mich wirklich wütend macht, ist, dass einige schwarze Schafe eine ganze Branche in Verruf bringen.
    Die in den Medien momentan breit getretenen Fälle von Datenmissbrauch haben nichts mit seriösem Direktmarketing zu tun. Ich arbeite in der Branche und wir bekommen lediglich Postanschriften und in seltenen Fällen das Geburtsjahr zu Gesicht. Mit Werbeanrufen oder Kontodaten haben wir als Mitglied im Deutschen Dialogmarketing Verband nichts zu tun.
    Wir haben eine Initiative ins Leben gerufen, die aufklären soll, wie seriöses Direktmarketing funktioniert und welche Auswirkungen die geplante Gesetzesänderung auf unsere eh schon angeschlagene Volkswirtschaft haben wird.
    Jeder, der sich informieren möchte, ist gerne eingeladen, sich auf http://www.kein-Datenklau.de umzusehen!

    Viele Grüße
    J. Brück

  3. Mündiger Bürger, der nicht noch mehr entmündigt werden will meint:

    Und wieder ist er da, der symptomatische Reflex, der vor allem in der (Vor-)Wahlkampfzeit verstärkt auftritt:
    Es gibt etwas Kriminelles, Illegales, einen Skandal, in diesem Fall millionenfacher Datenklau, und schon gellt der Ruf nach neuen, schärferen Gesetzen durch die Nation.
    Natürlich muss der Kunde, dessen Daten geklaut wurden, informiert werden, und zwar umgehend. Das sollte eine Selbstverständlichkeit sein. Natürlich müssen die Kriminellen bestraft werden (übrigens auf der Täterseite ebenso wie auf der Seite der Unternehmen, die den Klau ermöglicht haben, sollte Fahrlässigkeit im Spiel gewesen sein!) - aber wie soll das gehen, wenn Staatsanwaltschaften anscheinend nicht so funktionieren (doch nicht etwa, weil hier ein Teil-Staatsbetrieb betroffen ist??) wie man es als Bürger erwarten kann. Was nützen denn dann noch mehr Gesetze? Sehen wir doch erst mal zu, dass die bestehenden eingehalten werden und bei Mißachtung entsprechende Strafen erfolgen!

  4. Rie Okazaki meint:

    Ich bewundere Herrn Obermann wegen der Vorsichtsmaßnamen, die er fordert. Er ist einer der wenigen Menschen, in schwierigen Situationen an ein langfristiges Ziel halten kann, auch wenn seine Sanierung große Arbeit fordert und schwere Kritik auslösen wird. Als einer der unzähligen Menschen, die lange von der wahren Strategie von Telekom keine Ahnung hatte, möchte ich nun Herrn Obermann vom Herzen Applaus geben.

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