Thomas Dörflein war ein Traumsohn – Ein Traum-Knut-Papa !

Von Irina Heidkamp

Thomas Dörflein war ein Traumsohn – Ein Traum-Knut-Papa !  FotoThomas Dörflein, †44, ist tot. Ungewollt wurde er durch seine liebevolle Aufzucht des bekanntesten Eisbären der Welt, Knut, zum Star. Doch nicht nur bei der Arbeit wurde Dörflein sehr geschätzt. Jetzt spricht seine Mutter.

„Thomas war ein Sohn, wie man sich den wünscht. Er war so ein Lieber, nicht nur für die Tiere, sondern auch privat“, sagte Erika Dörflein der Nachrichtenagentur dpa.

Die Trauer in der Familie um den geliebten Sohn, Vater, Lebensgefährten und Bruder ist unheimlich tief. Die 71jährige Mutter erzählt: „Ich empfinde nur tiefe, tiefe, tiefe Trauer über diesen Verlust und kann nicht begreifen, dass er so plötzlich gestorben ist“

Gerade erst hatte der 44jährige einen Tumor in der Blase besiegt.

„Thomas war wieder gesund. Er war so ein sportlicher Typ und wollte sich jetzt sein Rennrad fertig machen. An Tod hat er mit keinem Gedanken gedacht.“ Ihr Sohn habe sich immer um sie gekümmert, sagte Erika Dörflein.„Er ist jede Woche mit seinem Ziehsohn (7) zu mir in den Garten gekommen.“

„Wir haben ihm ganz viel Liebe mitgegeben. Deshalb war er nicht so ein Durchsetzungstyp. Aber er hat gelernt mit Knut, das war gut“, sagte Erika Dörflein. Der Tierpfleger habe mit der Flaschenaufzucht von Knut und dem damit verbundenen Medienrummel gelernt, „dass man in dieser Welt nicht gut leben kann, wenn man nicht tough ist“, sagte Erika Dörflein, die bereits Ur-Großmutter ist. Die 23-jährige Tochter von Dörflein hat einen Sohn.

„Durch Knut hat Thomas gelernt, aufgeschlossener zu sein und sich der Welt zu stellen“, sagte Erika Dörflein. Das habe er nur gekonnt, weil er das Eisbären-Baby beschützen wollte.

Ihr Sohn habe ihr gesagt, er müsse jetzt bei den ersten öffentlichen Auftritten mit Knut da raus gehen, weil der kleine Eisbär sonst Angst bekomme. „In Wirklichkeit hatte er Angst, vor die ganzen Fernsehkameras und Fotografen zu treten. Aber er hat mit Knut so viel gelernt.“

Ein Termin für die Beerdigung stehe immer noch nicht fest. Es werde an den 13. Oktober gedacht, weil Thomas Dörflein an dem Tag 45 Jahre alt geworden wäre. „Die große öffentliche Bestürzung und Anteilnahme und die weltweite Trauer sind ein kleiner Trost für mich“, sagte die 71-Jährige.

Artikel vom 27. September 2008

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