Toor-Titan Oliver Kahn verabschiedet sich mit Tränen
„Das war’s jetzt“ sagte der große Oliver Kahn und kämpfte mit den Tränen. Tränen der Freude, des Mehmuts und der Dankbarkeit für eine große Zeit.
„Es gibt keinen Titan mehr. Es wird einen anderen Menschen geben.“ Kahn weiß genau, die Zeit bleibt nicht stehen. Er wird sich weiter entwickeln, andere Dinge tun, aber seine Vergangenheit als Titan kann ihm keiner mehr nehmen.
Jetzt ist sie vorbei.
1:1 spielte der FC Bayern gegen die deutsche Nationalmannschaft, doch das Spiel war Nebensache, Kahn die Hauptsache.
Was für ein historischer Abend ! So viel Gefühl, so viel Sympathie für den Schreihals aus dem Toor !
Die zollten Kahn unendlich viel Respekt und Dankbarkeit für seine glanzvolle Karriere, für die Vize-Weltmeisterschaft, für Fußball mit Leidenschaft und unbändigen Siegeswillen.
Wer will das ersetzen ?!
21.40 Uhr, Schiri Dr. Merk pfeift. Licht aus, Spot an – auf Kahn. In der 75. Minute des Abschiedsspiels geht Kahn vom Platz. 69000 Zuschauer in der Münchener Arena erheben sich von den Plätzen. Standing Ovations.
Kahn legt sich eine Bayern-Fahne um die Schultern, geht langsam Richtung Bank, klatscht immer wieder Richtung Zuschauer. Am Spielfeldrand umarmt er seinen Nachfolger Michael Rensing.
Die Ehrenrunde ist ein einziger Triumphzug. Paul Potts singt „Time To Say Goodbye“. Viele Fans weinen. Kahn schnappt sich das Mikro: „Ich weiß nicht, was ich sagen soll. Es ist das Größte, was ich in meiner Karriere erlebt habe. Das ist der Gipfel für mich.“
Die ersten Tränen.
Dann macht sich Kahn auf den Weg in die Kabine. Dort trinkt er erstmal, atmet dann tief durch und schaut in die Kamera. Dann die entscheidenden aber schlichten Worte.
„Das war’s jetzt.“
Ein großer Auftritt, wenn auch ein wenig inszeniert. Irgendwie muss der Abschied ja kommen.
Kahn: „Es sind außergewöhnliche Momente. Sehr emotional. Man kann das gar nicht richtig beschreiben. Man saugt das richtig auf.“
Soll er ! Die Fans tun das auch. Positive, emotional geladene Momente gibt es viel zu wenig.
Die Fans fordern Kahn noch einmal. Noch einmal, ein letztes Mal kommt er auf den Platz. Ein Fan hält ein Plakat hoch: „Ein Kahn geht, doch die Legende bleibt.“
Dann ist er fort, für immer.
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