Tote mit Sexspielzeug abgezockt

Von Kerstin Moebius

Mit fingierten Rechnungen hat eine Betrügerfirma eine bislang unbekannte Zahl an Trauernden in Deutschland um ihr Geld betrogen. Es wurden Rechnungen über die Lieferung von Sexspielzeug an verstorbene Personen gefälscht und angemahnt.

Weil die Rechnungen täuschend echt und höchst offiziell wirkten, zahlten viele Angehörige die vermeintliche Rechnung aus dem Leben des Verstorbenen stillschweigend, vermutlich aus Scham und Unachtsamkeit.

Die Polizei in Bielefeld hat bislang zwei Anzeigen aufgenommen. „Es haben sich aber weitere Betroffene aus ganz Deutschland bei uns gemeldet“, so eine Sprecherin der Delmenhorster Polizei, die die weiteren Ermittlungen übernommen hat.

Einen konkreten Hinweis auf die Täter gibt es noch nicht, denn die Firma, die die ungerechtfertigten Beträge einfordert, gab weder eine Absenderadresse an, noch wurde sie jemals in offiziell registriert.

Die posthume Schmuddel-Abzocke: Genau 374,25 Euro für Sexartikel sollten trauernde Angehörige im Namen ihrer lieben Verstorbenen berappen, so die Polizei.

Die fingierten Rechnungen bewegen sich oftmals in einer juristischen Grauzone. Im Kleingedruckten der Sendungen ist oftmals zu lesen, dass es sich bei dem als Rechnung präsentierten Schreiben um eine „Offerte“ handele.

Das gemeine Geschäft mit Trauernden: Das Landgericht Bochum verurteilte 2001 einen Gauner zu dreieinhalb Jahren Haft, weil der als Rechnung getarnte Angebote zur Veröffentlichung von Todesanzeigen im Internet an Angehörige von Verstorbenen geschickt hatte.

Auf Grund der formellen Aufmachung hielten viele Betroffene das Schreiben für eine echte Rechnung und zahlten. Der Betrüger strich mehr als 10.000 € ein.

DCRS ONLINE meint: Ganz schön dreist !

Artikel vom 19. Februar 2008

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