Universitätskirche in Leipzig - Den Roten noch immer ein Dorn im Auge

Ein Kommentar von Mark Sander

Universitätskirche in Leipzig - Den Roten noch immer ein Dorn im Auge FotoZurzeit läuft der Wiederaufbau der Leipziger Universitätskirche am weltberühmten Augustusplatz in Leipzig. Nach unendlichen Querelen hatte man sich auf eine Form des Wiederaufbaus einigen können. Aber die auch schon damals aktiven roten Feinde dieses Wiederaufbaus agieren fleißig gegen die Kirche weiter.

Federführendes Mitglied dieser „Tschekisten“ ist der jetzige Universitätsrektor Häuser, der ständig weiterhin versucht, die Kirche zu einer roten Aula umzuwandeln.
Zurzeit möchte dieser Rektor eine 360.000 Euro teure Glaswand mitten in das Kirchenschiff einbauen lassen, um den Andachtsraum von der Aula zu trennen. Vorgegeben werden dabei klimatische Gründe, die in Zusammenhang mit den dort zu sehenden Ausstellungsstücken gebracht werden, aber für die es keinen Grund gibt. Und das wohlgemerkt bei einer jetzt schon astronomischen Kostenüberschreitung für den Universitätsneubau. Dieser hat aber die Rechnung ohne den Wirt gemacht, denn einige Leipziger Bürger achten sehr genau darauf, was hier geschieht und handeln dann.

Wir wollen Sie hier zu ihrem eigenen Schutz nicht weiter benennen, denn manchmal hat man bei diesem Bauprojekt den Verdacht Walter Ulbricht und die Stasi leben noch.
Dieser Streit hat in der Zwischenzeit dazu geführt, dass sich die Generalbundesanwältin Monika Harms als Vermittlerin zur Verfügung gestellt hat. Es soll nun zu einem Konsensgespräch zwischen den Parteien einschließlich Oberbürgermeister Burghard Jung (SPD) kommen.
Der schon angeschlagene Ruf der Leipziger Universität leidet durch diese Aktionen immer mehr. Schon werden die ersten Stimmen laut, dass der Ruf dieser Universität zu DDR – Zeiten besser war.
Eine Kirche zeigt den bürgerlichen Stand einer Stadt mit an. Wenn man sich gegen diese entscheidet, so kann man das auch als Entscheidung gegen ein gebildetes Bürgertum gelten lassen.

So wie es jetzt ist, zeigt es, wie viel rotes Bonzentum noch in Leipzig agieren kann.
Es wäre vielleicht doch richtiger gewesen, die Universität in dem russischen Pavillon der alten Leipziger Messe anzusiedeln, da hätte diese sogar noch einen roten Stern auf dem Dach gehabt.

Artikel vom 6. Oktober 2008

4 Antworten zu “Universitätskirche in Leipzig - Den Roten noch immer ein Dorn im Auge”

  1. dodo meint:

    Wer ist eigentlich Mark Sander, und was hat er mit der Leipziger Paulinerkirche zu tun? Ich würde empfehlen, dass, wer so wenig Hintergrundwissen mitbringt, lieber nicht den Mund aufmacht (bzw. einen Artikel schreibt)!

  2. Leipziger meint:

    Hier der Offene Brief an Rektor Häuser vom 30. September.
    Täglich schließen sich derzeit weitere Unterzeichner dem Anliegen an.

    Offener Brief an Franz Häuser, den Rektor der Universität Leipzig

    Leipzig, den 30. September 2008
    Universitätskirche

    Magnifizenz, sehr geehrter Herr Professor Häuser,

    die Baukommission beschloss in ihrer Sitzung am 26. September 2008 den Einbau einer Plexiglaswand zwischen Chorraum und Hauptschiff der neuen Universitäts-kirche St. Pauli. Diese Entscheidung geht auf die alleinige und ausdrückliche Forderung der derzeitigen Universitätsleitung zurück. Vor dem Hintergrund der im „Aula-/Kirchengebäude“ beabsichtigten universitären Nutzung halten Sie eine Trennung des Gesamtraumes für unbedingt erforderlich, wobei Sie dies neuerdings u.a. damit begründen, dass es dem international besetzten Lehrkörper und der ausländischen Studentenschaft schwer vermittelbar sei, der christlichen Religion den Vorrang zu geben.
    Eine Doppelnutzung des Gesamtraumes als Gottesdienststätte und als Aula ist historisch begründet und war über Jahrhunderte lang nicht strittig. Eine aufwendige Trennung in einen sakralen und einen weltlichen Teil wird von vielen Leipziger Bürgerinnen und Bürgern abgelehnt. Es gibt keine zwingenden funktionalen Gründe, eine solche Trennung vorzunehmen. Sie widerspricht der Tradition der Universität Leipzig, sie zerstört die Ästhetik des Raumes und verschlechtert die Akustik erheblich.
    Tausende Bürgerinnen und Bürger der Stadt und des Landes haben sich für eine Wiedergewinnung der Universitätskirche St Pauli ausgesprochen. Bitte bedenken Sie, dass dieses Haus nicht allein der Universität, sondern auch den Leipzigern und ihren Gästen gehören soll und nehmen Sie Ihre Forderung endlich zurück.

    Erstunterzeichner:
    Alexander Achminow, Fraktionsvorsitzender CDU Stadt
    Stephan Bickhardt, Polizeiseelsorger
    Georg Christoph Biller, Thomaskantor
    Rainer Fornahl, Mitglied des Bundestages
    Prof. Dr. Rüdiger Lux, Dekan der Theologischen Fakultät
    Prof. Dr. Martin Oldiges, Vorsitzender der Stiftung Universitätskirche St. Pauli zu Leipzig
    Prof. Dr. Martin Petzoldt, Erster Universitätsprediger
    Walter Christian Steinbach, Präsident der Landesdirektion Leipzig
    Dr. Ulrich Stötzner, Vorsitzender des Paulinervereins
    Hermann Winkler, Kreisvorsitzender der CDU
    Christian Wolff, Pfarrer an der Thomaskirche

  3. Leipziger meint:

    Und hier die Erklärung des Leipziger Pfarrertages vom 2. Oktober:
    Auf dem Leipziger Pfarrertag wurde am 2. Oktober gegenüber dem Landesbischof und dem Vertreter des Landeskirchenamtes u. a. der Neubau der Universitätskirche auf dem Campus der Universität Leipzig am Augustusplatz angesprochen. Im Verlaufe der Diskussion kam es zu einer Meinungsbildung der Pfarrerinnen und Pfarrer aus den Kirchenbezirken Borna und Leipzig. Mit Zustimmung der übergroßen Mehrheit der Versammelten wurden folgende Erwartungen ausgesprochen:

    Das neu entstehende Gebäude der Universitätskirche muss auch so heißen: Universitätskirche St. Pauli.
    Die Integrität des Raumes muss gewahrt bleiben. Darum wird der Bau einer trennenden Glaswand abgelehnt.
    Die historische Kanzel soll wieder aufgestellt werden.

    Der Pfarrertag tritt dafür ein, dass die neue Universitätskirche auch in Zukunft als ungeteilter Raum so genutzt wird, wie das in ihrer Geschichte üblich war: gottesdienstlich, akademisch und musikalisch. Nur so kann sie wieder zum Ort und Symbol werden für das freie Wort und den fruchtbaren Diskurs von Wissenschaft, Kunst und Religion. Der Pfarrertag bittet den Landesbischof, in seinen Gesprächen mit der Landesregierung, der Stadt Leipzig und der Universität Leipzig diese Erwartungen mit Nachdruck vorzutragen. Der Pfarrertag erwartet, dass das Rektoratskollegium der Universität Leipzig seine Position in diesen Fragen überprüft.

  4. crokus meint:

    Nun wer was in Leipzig tut/zu sagen oder zu verantworten hat entzieht sich meiner Kenntnis. Sehr belustigt hat mich aber der pauschale Satz des Herrn Sander:

    “Eine Kirche zeigt den bürgerlichen Stand einer Stadt mit an. Wenn man sich gegen diese entscheidet, so kann man das auch als Entscheidung gegen ein gebildetes Bürgertum gelten lassen.”

    Viele Untersuchungen haben doch eindeutig aufgezeigt, das je gebildeter eine Gruppe von Menschen ist, des so geringer ist deren Religiosität!
    So sind z.B. selbst im noch tief-religiösen Amerika - dort wo ihr Firmensitz gemeldet ist - die Mehrheit der Wissenschaftler Atheisten!
    Nun wäre es dumm daraus folgern zu wollen das religiöse Menschen zwangsläufig immer ungebildet seinen, aber genauso dumm ist es Religiosität oder gar Kirche (mit der selbst viele religiöse Menschen nix mehr am Hut haben!) mit Bildung gleichzusetzen…

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