Vereinte Nationen wegen Welternährungskrise in Rom versammelt

Von Christian Dieter Matuschek

Vereinte Nationen wegen Welternährungskrise in Rom versammeltAm heutigen Dienstag beginnt in Rom der Gipfel der Vereinten Nationen zu den weltweit drastisch gestiegenen Lebensmittelpreisen. Rund 40 Staats-und Regierungschef wollen über den drastischen Preisanstieg bei Lebensmitteln und die Welternährungskrise beraten.

Nach Angaben der UNO sind 850 Millionen Menschen unterernährt. Die aktuelle Lebensmittelkrise verschärfe die Situation zusätzlich. Für Deutschland nimmt Bundesentwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul teil.

Sie kündigte an weiter Initiativen gegen Armut und Hunger einbringen zu wollen. “Wir selbst werden unsere Entwicklungszusammenarbeit auch so umschichten, dass wir vor allen Dingen die landwirtschaftliche Entwicklung (…) stärken und natürlich auch unmittelbare Hilfe leisten”, sagte Wieczorek-Zeul im ZDF.

Unerwartet sind auch der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad und Simbabwes Präsident Robert Mugab in Rom eingetroffen. Sie sind allerdings nicht zum offiziellen Abendessen eingeladen.

Der britische Entwicklungsminister Douglas Alexander nannte die Teilnahme Mugabes an dem Gipfel einen Skandal. Er werde mit Mugabe weder sprechen noch ihm die Hand geben. In Simbabwe seien vier Millionen Menschen wegen Mugabes Misswirtschaft auf Lebensmittelhilfen angewiesen.

Der Generalsekretär der Vereinten Nationen, Ban Ki Moon, hatte zu der Konferenz der UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO) aufgerufen. Er will rasche Lösungen für die weltweite Nahrungskrise mit explodierenden Preisen für Grundlebensmittel durchsetzen.

Er strebt auch den Abbau von Handelshürden und Preiskontrollen an. Zahlreiche Steuern, Exportverbote und Importzölle könnten zumindest vorübergehend ausgesetzt werden.

Weltweit leiden hunderte Millionen Menschen Hunger, weitere drohen in die Unterernährung abzugleiten, weil Lebensmittel und Energie immer teurer werden. Angefacht von steigenden Ölpreisen ist es in Dutzenden von Ländern seit Jahresbeginn zu teilweise blutigen Unruhen im Kampf um Nahrung gekommen. Die FAO sieht 22 Länder als besonders betroffen an, in denen chronischer Hunger weit verbreitet ist und Nahrung wie auch Treibstoff importiert werden müssen.

Artikel vom 3. Juni 2008

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