Verurteilte “Arche Zoe”-Mitarbeiter dürfen zurück nach Frankreich
Die Verurteiltung von sechs französischen Mitarbeitern einer Hilfsorganisation im Tschad zu 8 Jahren Zwangsarbeit wegen der versuchten Entführung von Kindern hat weltweit für Aufsehen gesorgt. Kritiker verurteilten den Prozess als reine Show. Der Tschad habe seine vermeintliche Rechtsstaatlichkeit auf eine absurde Art und Weise zur Schau stellen wollen
Wie nun bekannt wurde, dürfen die sechs verurteilten Franzosen nach Frankreich ausgeflogen werden, um dort ihre Haftstrafe abzusitzen. Noch am Freitag soll die Abschiebung vorgenommen werden.
Ein Vertreter des Justizministeriums im Tschad teilte mit, der Auslieferung liege eine bilaterale Vereinbarung zwischen den beiden Ländern von 1976 zugrunde.
Frankreich hatte am Donnerstag die Überstellung der sechs Franzosen beantragt, damit die Verurteilten ihre Strafen daheim absitzen können. Das Justizministerium in Paris verwies dabei auf die Vereinbarung zwischen Frankreich und seiner ehemaligen Kolonie.
Ein Gericht in der Hauptstadt N`Djamena hatte die Mitarbeiter der Hilfsorganisation „L`Arche de Zoe“ (Zoes Arche) am Mittwoch wegen versuchter Entführung von 103 Kindern aus dem Tschad zu jeweils acht Jahren Arbeitslager verurteilt. Die sechs Franzosen wollten die Kinder illegal nach Europa bringen, urteilte das Gericht.
Die Mitarbeiter der Organisation hatten die Vorwürfe zurückgewiesen und erklärt, sie wollten kranke und arme Waisen aus dem sudanesischen Krisengebiet Darfur aus humanitären Gründen ausfliegen.
In dem Prozess waren Aussagen der Kinder als Beweismittel herangezogen worden, die beweisen sollten, dass es sich nicht um Weisen handelte.
Ob die Franzosen in ihrem Heimatland tatsächlich 8 Jahre hinter Gitter verbringen müssen, ist bislang unklar.
DCRS ONLINE meint: Der Vorgang sollte von westlichen Institutionen untersucht werden. Sollten sich Zweifel an der Verurteilung erhärten, müssten darauf unmittelbar diplomatische Konsequenzen folgen.





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