Völlig autark lebender Indianerstamm entdeckt

Von Irina Heidkamp

Völlig autark lebender Indianerstamm entdecktEs gibt sie also doch noch. Menschen, die völlig abgeschottet ohne ein Wissen von der modernen Zivilisation im Urwald leben, wie vor tausenden von Jahren. In Brasilien wurde jüngst ein letzter, isoliert lebender Indianerstamm entdeckt. Die Menschen wurden vom Flugzeug aus gesichtet: halb nackte, kräftig gebaute Männer, über und über mit roter Farbe bemalt. Sie leben fernab der Zivilisation.

Die Sichtung wurde in einem geschützten Gebiet im Westen des Amazonas-Dschungels an der Grenze zu Persu gemacht, wie die nationale Indianerstiftung Brasilien, Funai, berichtet.

Die Fotos zeigen sechs große, mit Palmwedeln gedeckte Hütten, bewirtschaftete Ackerflächen. Die Männer halten Speere, Pfeil und Bogen in den Händen, zielen damit nach oben – wohl auf das Flugzeug der Fotografen.

Nach Funai-Schätzungen gibt es allein im brasilianischen Amazonasgebiet noch 20 bis 40 isoliert lebende Indianer-Völker. In der Region des fotografierten Dorfes lebten vier isolierte Völker mit jeweils rund 500 Mitgliedern, sagte Funai-Experte Jose Carlos Meirelles. Die Stiftung ist nach eigenen Angaben seit 20 Jahren über die Indianer informiert

Meirelles: „In Peru werden isoliert lebende Urbewohner getötet, deswegen kommen sie nach Brasilien.“ Die Fotos habe man veröffentlicht, um „Druck auf die Regierung auszuüben“, die Gruppe vor fremden Einflüssen zu schützen.

Zu den Ureinwohnern wurde kein Kontakt hergestellt. Es wird von der nationalen Indianerstiftung Brasilien auch weiterhin sicher gestellt werden, dass niemand das Land der Indianer betritt. Dies könnte für Unwissende durchaus auch gefährlich sein. Da die Indianer fremde Eindringlinge unter Umständen als Bedrohung auffassen könnten und umbringen würden.

Eine Gefahr für das Mini-Volk gibt es aber dennoch. Die Organisation Survival International erklärte, die Indianer würden von illegalen Holzfällern in Peru bedroht.

Yvonne Bangert von der Gesellschaft für bedrohte Völker forderte, dass das Territorium solcher Gruppen hermetisch von der Außenwelt abgeriegelt werde. Wenn sich diese Ureinwohner nicht in Sicherheit fühlten und in ständiger Furcht vor fremden Eindringlingen leben müssten, werde es sie bald nicht mehr geben.

Artikel vom 30. Mai 2008

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