VW- Lustreisen: Bruno Adelt nimmt Ex-Vorstandschef Piech in Schutz
Die Ehemaligen halten offenbar gut zusammen. In der VW-Affäre und dem Prozess gegen Klaus Volker und Klaus-Joachim Gebauer hat der ehemalige VW-Finanzvorstand Bruno Adelt den ehemaligen VW-Vorstandschef Ferdinand Piech nun in Schutz genommen und entlastet.
Ein Gespräch über das pikante Konto 1860 hat es laut Adelt mit Piech niemals gegeben. Dies erklärte er im Zeugenstand am Dienstag vor dem Landgericht in Braunschweig. Das Konto diente zur Bezahlung und Abrechnung vielfältiger Lustreisen der Betriebsräte.
Er habe während seiner Tätigkeit bei VW keine Prüfung des Kontos veranlasst, sagte Adelt. Ihm seien keine Auffälligkeiten bekannt geworden, sonst wäre man diesen selbstverständlich nachgegangen.
Der frühere Skoda-Personalvorstand Helmuth Schuster sagte als Zeuge, Ziel sei es gewesen, durch eine „atmosphärische Ergänzung“ zu erreichen, dass der Betriebsrat bei wichtigen Entscheidungen mitspielte. Der frühere VW-Arbeitsdirektor Peter Hartz hätte ihm gegenüber betont, dass Betriebsräte immer gut gepflegt werden sollten.
Schuster, der als Vertrauter von Hartz galt und für die Organisation von Betriebsratsveranstaltungen verantwortlich zeichnete, betonte, ohne die Arbeitnehmerbank seien schwierige Themen nicht zu bewegen gewesen. Man sei froh gewesen, in Volkert einen Partner gehabt zu haben, der qualifiziert mitentscheiden konnte. Hartz habe ihm 1998 gesagt, dass Volkert wie ein Markenvorstand zu behandeln sei. Dies sei mit dem damaligen VW-Vorstandschef Piech abgesprochen gewesen.
Gebauer handelte Schuster zufolge stets auftragsgemäß. Der Vorstand sei stets zufrieden gewesen, wenn der Betriebsrat glücklich sei. Es sei nicht üblich gewesen, Fragen nach der umstrittenen Praxis der Eigenbelege zu stellen, sagte Schuster. Nach seinem Eindruck habe der Unternehmensvorstand nicht gewünscht, dass etwas überprüft werde. Das Vorstandskonto 1860, auf dem die Abrechnungen vorgenommen wurden, sei im Generalsekretariat des Vorstandsvorsitzenden geführt worden. Es sei so gewesen, dass die Revision bei dieser Kostenstelle nicht so genau hingesehen habe.
Ein ehemaliger VW-Betriebsarzt hatte zuvor als Zeuge einen Vorfall in einem Berliner Hotel vom Januar 2004 mit dem damals angetrunkenen Gebauer geschildert. Auf Drängen von Hartz habe er sich danach als Arzt mit Gebauer befassen müssen. Es sei um die Frage gegangen, ob dieser Alkoholiker sei. Gebauer habe ihm gegenüber seinerzeit die Befürchtung geäußert, er solle zum Alkoholiker abgestempelt werden, weil „die da oben“ über gewisse Reisen und Abrechnungen Bescheid wüssten, sagte der ehemalige Betriebsarzt.
DCRS ONLINE meint: Wie viel Dreck wird dieser Prozess noch an den Tag fördern ?!





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