VW- Prozess – Hat der Konzern Zeugen beeinflusst ?!

Von Irina Heidkamp

Die VW-Affäre ist eine einzige SchlammschlachtDer VW- Prozess sorgt erneut für erhitzte Gemüter. Die Verteidigung von dem einstigen Personalmanager Klaus-Joachim Gebauer und dem ehemaligen Volkswagen-Betriebsratschef Klaus Volkert erhebt schwere Anschuldigungen gegen den VW- Konzern und dessen Zeugen. Der Konzern habe seine Mitarbeiter, die als Zeugen aussagen, „regelrecht gecoacht“. Vertreidiger Johann Schwenn stellt damit deren Glaubwürdigkeit massiv in Frage.

Schwenn kritisierte außerdem, dass VW zwei Zeugen den jeweiligen Rechtsanwalt als Beistand bezahlt. Eine Pressemitteilung des Konzerns vom Montag bezeichnete Schwenn als «unverfrorene Reaktion» auf geplante weitere Zeugenvernehmungen. VW hatte in der Pressemitteilung Spekulationen zurückgewiesen, der ehemalige Vorstandsvorsitzende Ferdinand Piech habe von Veruntreuungen bei VW gewusst.

Seitens des Konzerns hieß es dazu in einer Stellungnahme am Mittwoch: „Wer die Wahrheit sagt, muss sich nicht vor einer Strafanzeige fürchten.“ VW sei Opfer der Veruntreuungen und bleibe an einer vollständigen und wahrheitsgemäßen Aufklärung der Taten interessiert. Ein Konzernsprecher erklärte, ein anonymer Informant habe gegenüber Dritten den unwahren Vorwurf erhoben, der Konzern habe schon frühzeitig Kenntnis von den Verfehlungen der Angeklagten gehabt. Diesen Vorwurf habe VW am Montag zurückgewiesen und angekündigt, eine Strafanzeige wegen Rufschädigung zu prüfen. Der Vorwurf, dies sei eine Zeugenbeeinflussung, sei abwegig.

Am dritten Verhandlungstag begann das Gericht zudem mit der Befragung von Zeugen. Dabei verstrickten sie sich in Widersprüche, wer Gebauer erlaubte, etwa seit 1993 Reisekosten wie sogenannte Vertrauensspesen abzurechnen. Der Leiter der Gehaltsabrechnung für Führungskräfte verwies auf einen Anordnung seines direkten Vorgesetzten Ekkehard Wesner. Das ehemalige Aufsichtsratsmitglid sagte jedoch aus, er könne sich an eine derartige Anweisung nicht erinnern. Nach Angaben eines Sprechers der Staatsanwaltschaft wird deshalb nun in beiden Fällen geprüpft, ob der Anfangsverdacht der Falschaussage vorliegt.

Außerdem beschrieb der Leiter der Gehaltsabrechnung für Führungskräfte bei VW die Praxis der sogenannten „Vertrauensspesen“ bei VW und der Bonuszahlungen an Volkert. Für die nur rund 30 Führungskräften zustehenden „Vertrauensspesen“ habe es keine Limits gegeben. Es habe der Grundsatz geherrscht „was ihr einreicht, kriegt ihr auch bezahlt“.

Gebauers Verteidiger Wolfgang Kubicki beantragte, den ehemaligen VW-Vorstandsvorsitzenden Bernd Pischetsrieder als Zeugen in dem Verfahren zu hören.

Gebauer und Volkert gelten als Schlüsselfiguren der Affäre um Lustreisen und Bonuszahlungen bei Europas größtem Autokonzern. Die Anklage wirft Volkert Anstiftung zur Untreue in 48 Fällen vor. Gebauer muss sich wegen gemeinschaftlich begangener Untreue in 40 Fällen verantworten. Der Prozess wird am 18. Dezember fortgesetzt

DCRS meint: Was kann hier eigentlich überhaupt noch geglaubt werden ?!

Artikel vom 29. November 2007

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