Wachmann vergiftete Kollegen mit Quecksilber

Von Kerstin Moebius

Wachmann vergiftete Kollegen mit QuecksilberQuecksilber ist ein hochgiftiges Schwermetall, das im Körper massive Schäden verursachen und sogar zum Tod führen kann. Ein Münchener Wachmann vergiftete die Belegschaft der Münchener „Alten Pinakothek“, weil er der Ansicht war, dass die Kollegen eh immer nur schliefen und als einziger arbeitete.

Im Juni 2005 traten die unheimlichen Symptome zum ersten Mal auf. Angestellte des Museums klagten über heftiges Bauchweh, Schüttelfrost, Schweißausbrüche, Erbrechen und ein pelziges Gefühl im Mund - immer wenn sie Kaffee getrunken hatten. Polizisten fanden Spuren des Schmerzmittels “Diclofenac” in der Kaffeemaschine im Aufenthaltsraum.

Es war der Wachmann. Er tat Quecksilber in die Kaffeemaschinen im Aufenthaltsraum und in der Sicherheitszentrale! Die Anklage: “Er wollte Personen verletzen!” Seine ahnungslosen Kollegen nahmen die Quecksilberdämpfe über ihre Lunge auf, hatten gerötete Hände!

Die Indizien gegen Heinz S. waren erdrückend: Zeugen sahen ihn ins Museum gehen. Früher als Techniker hatte er regelmäßig Umgang mit Quecksilber.

Zu seinem Motiv erklärte der Angeklagte vor Gericht: “Alle schliefen in der Arbeit. Ich war der einzige, der gearbeitet hat.” Jetzt ist er gefeuert - und muss in den Knast. Er wurde zu zwei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt, ohne Bewährung. Anwalt Joachim Schwarzenau: “Das Urteil ist rechtskräftig.”

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Artikel vom 7. Juni 2008

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