Wein – Skandal in Italien reicht doch bis Deutschland

Von Kerstin Moebius

Wein Skandal in Italien reicht doch bis DeutschlandGepanschter, italienischer Wein soll nun angeblich doch in den deutschen Handel gekommen sein. Die kürzlich wegen des Wein-Skandals in Italien unter Druck geratenen, italienischen Weinhändler haben vermutlich auch den betroffenen Billigwein nach Deutschland ausgeliefert.

Eine Sprecherin des Landesuntersuchungsamtes in Rheinland-Pfalz erklärte, dass dort nun überprüft werden, ob dort angelieferte Weine ebenfalls mit verbotenen Stoffen gestreckt wurden. Sie bestätigte damit einen entsprechenden Medienbericht.

“Wir wissen noch nicht, ob sie belastet sind”, sagte sie im Hinblick auf die importierten Billigweine. 14 italienische Weinhändler stehen unter dem dringenden Verdacht ihre Ware mit Wasser gestreckt und den Verlust an Arome mit verbotenen Substanzen ausgeglichen zu haben.

“Wir vermuten, dass Weine dieser Hersteller auch nach Rheinland-Pfalz geliefert wurden”, sagte die Sprecherin. Das Landesuntersuchungsamt spüre die Lieferungen nun auf und untersuche die Weine. Voraussichtlich dauere es einige Tage, bis Ergebnisse vorlägen. “Wir wissen nicht, ob wir etwas in den Weinen finden”, hieß es.

Bereits Ende der vergangenen Woche war bekannt geworden, dass rund 70 Millionen Liter Billigewein in Italien mit krebserregenden Stoffen, unter anderem chemisches Düngemittel und Salzsäure versetzt wurde. Der Wein wurde zu niedrigsten Preisen in italienischen Geschäften und Supermärkten angeboten. Zunächst hieß es, keiner der gepanschten Weine habe Italien verlassen.

Die Weinüberwacher in Rheinland-Pfalz untersuchen nach Angaben der Sprecherin in Stichproben regelmäßig Wein aus Italien. Im vergangenen Jahr seien 477 italienische Weine gezielt bei in Verdacht geratenen Betrieben entnommen und begutachtet worden. 206 Proben wurden beanstandet, darunter 126 aus substanziellen Gründen wie zum Beispiel wegen der Verwendung unzulässiger Zusätze oder wegen Mängeln im Geschmack oder im Geruch. Rund 80 Weine wiesen Mängel in der Kennzeichnung auf.

Artikel vom 11. April 2008

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