Welternährungsgipfel ohne nennenswerte Ergebnisse
Man wolle alle notwendigen Maßnahmen ergreifen, um das Leiden von Millionen hungernden Menschen zu lindern, die Nahrungsmittelproduktion ankurbeln und mehr Geld in die Landwirtschaft investieren. Das ist das kümmerliche und wenig konkrete Ergebnis des Welternährungsgipfels in Rom.
Zwar verpflichteten sich die 180 Teilnehmerstaaten in einer Abschlusserklärung zu den oben genannten Punkten, wie diese aber konkret umgesetzt werden könnten, ist unklar.
Zuvor hatte sich die Veröffentlichung der Erklärung immer wieder verzögert, weil sich die Teilnehmer - vor allem Argentinien und Kuba - zunächst nicht auf einen endgültigen Wortlaut einigen konnten.
Weiterhin wolle man Handelsschranken für landwirtschaftliche Produkte abbauen und die landwirtschaftliche Produktion steigern und die Möglichkeiten des Biosprits neu abwägen.
Besonders um den letzten Punkt war zuvor stundenlang gerungen worden. Auf der Konferenz prallten unterschiedliche Auffassungen in der Frage aufeinander, inwieweit die wachsenden Anbauflächen für Biokraftstoffe auf Kosten der Nahrungsmittelproduktion gehen. Nötig sei es, sich mit den “Herausforderungen und Möglichkeiten” von Biokraftstoffen zu befassen. Dazu müssten Studien durchgeführt werden, um sicherzustellen, dass Produktion und Verwendung der Biokraftstoffe nachhaltig seien.
Es müsse gesichert werden, dass der Handel mit Lebensmitteln und Agrargütern dazu beitrage, Nahrungssicherheit für alle zu fördern. “Um dieses Ziel zu erreichen, bestätigen wir erneut die Notwendigkeit, den Gebrauch von restriktiven Maßnahmen, die internationale Preiserhöhungen verursachen können, zu minimieren.” Gleichzeitig wiederholten die Teilnehmer das bereits 1996 beschlossene Ziel, die Zahl unterernährter Menschen bis 2015 zu halbieren. Nahrung dürfe kein “Instrument für politischen und wirtschaftlichen Druck” sein. Wie aus Konferenzkreisen verlautete, verteidigten reiche Länder wie die USA ihre Agrarsubventionen gegen Kritik armer Staaten. Die Themen werden auch den G8-Gipfel im Juli in Japan beschäftigen.
Nur wenige konkrete Hilfszusagen wurden direkt auf dem Kongress formuliert. Donald Kaberuka, Chef der Afrikanischen Entwicklungsbank (AfDB), kündigte an, sein Institut werde eine Milliarde Dollar (647 Millionen Euro) für die Landwirtschaft in den am schlimmsten betroffenen Gebieten zur Verfügung stellen. Bereits am Mittwoch hatte die Islamische Entwicklungsbank (IDB) weitere 1,5 Milliarden Dollar (knapp 970 Millionen Euro) versprochen.
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