Weltweite Inflation bedroht globales Wirtschaftswachstum

Ein Kommentar von Jan Konrad

Weltweite Inflation bedroht globales WirtschaftswachstumDie weltweite Inflation ist in diesem Jahr beachtlich angestiegen. Vor allem aber in Schwellenländern, die ihre Währungen an den schwachen US-Dollar gebunden haben, machten sich die Preiserhöhungen – vor allem jene von Lebensmitteln – bemerkbar. Ein möglicher Ausweg aus der Krise wäre die Aufwertung der entsprechenden Währungen gegenüber dem Dollar – ein solcher Schritt könnte das Wachstum der Weltwirtschaft aber abrupt beenden.

Während in der Eurozone die durchschnittliche Inflation im März auf 3.5% anstieg, betrug sie in den USA 4%. Für Asien rechnen Experten mit bis zu 5.1% Inflation, für Lateinamerika sogar mit 6.1%: Die Schwellenländer und die Armen gehören einmal mehr zu den Verlierern.

Die inflationäre Situation in den Vereinigten Staaten sieht wegen dem schwächelnden Arbeitsmarkt und sinkender Häuserpreise derzeit nicht besonders bedrohlich aus. Falls sich die Schwellenländer aber zu einer Aufwertung ihrer Währungen gegenüber dem Dollar durchringen, würde dieser Schritt eine folgenschwere Auswirkung auf die amerikanische Wirtschaft haben.

Eine Studie der amerikanischen Investmentbank Merrill Lynch nimmt an, dass die Notenbanken der Schwellenländer auf den hohen Inflationsdruck noch in diesem Jahr mit einer Aufwertung der jeweiligen Währungen reagieren. Eine solche Aufwertung würde die Inflation zurück in die USA exportieren und hätte auch katastrophale Folgen für die Weltwirtschaft.

Bislang leiden vor allem die Schwellenländer und die Armen unter dem Preisanstieg für Lebensmittel und Energiegüter, während die reichen Länder und die USA noch von der Inflation in den Schwellenländern profitieren. Eine Aufwertung der Währungen der Schwellenländer wäre ganz und gar nicht im Interesse der Weltwirtschaft, sondern lediglich im Interesse der – weltwirtschaftlich trotz Vertretung in dreistelliger Millionenhöhe leider nicht gerade wichtigen – privaten Konsumenten in den entsprechenden Schwellenländern.

Artikel vom 10. April 2008

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