Wichtiger sunnitischer Scheich im Irak ermordet

Von Jan Konrad

Abdul-Sattar Abu Risha (rechts im Bild)Die prominenteste Figur in der Revolte sunnitischer Stammesführer gegen El Kaida im Irak wurde am Donnerstag Opfer eines Anschlages in seiner Heimatprovinz Anbar. Der Scheich wurde von einer an der Strassenseite versteckten Bombe zerfetzt.

Abdul-Sattar Abu Risha war der Anführer des Rates zur „Lösung von Anbar“, auch bekannt als „Das Erwachen Anbars“. Dieser Rat ist eine Allianz verschiedener sunnitischer Stämme, die mit der irakischen Regierung und den amerikanischen Truppen zusammen arbeiten. Anbar ist die größte Krisenprovinz im Irak und bereitet den Amerikanern seit der Befreiung Bagdads Sorgen.

Abu Risha und zwei seiner Leibwächter wurden von der am Strassenrand unweit des Hauses von Abu Risha versteckten Bombe getötet.

Keine Terrorgruppe hat sich bis jetzt zu dem Anschlag bekannt. Man verdächtigt aber El Kaida im Irak, das Attentat ausgeführt zu haben. Die Amerikaner behaupten, dass seit der Gründung der Allianz „Erwachen Anbars“ El Kaida in der Anbarprovinz herbe Rückschläge erlitten hat. Dies war in erste Linie Abu Risha zu verdanken. Es ist unklar, wie die USA sich nun mit dem sunnitischen Rat verständigen wollen, zumal Abu Risha der wichtigste Verbündete der Amerikaner war.

Abu Risha war auch einer der Stammesführer, die Präsident Bush bei seinem Irakbesuch im September empfangen hatte.

Der Sprecher des Pentagons, Bryan Whitman, sagte, dass Abu Rishas Tod ein „enorm unglücklicher und tragischer Verlust“ sei, welcher demonstriert, „wie weit der Feind gehen will um den Irak konfessionell zu teilen.“

Goeff Morell, Pressesekretär des Pentagons, beschreibt Abu Risha gegenüber CBS News wie folgt: „Viele andere Scheichs haben den Irak wegen der akuten Sicherheitslage verlassen und sind nach Jordanien oder Syrien geflüchtet. Abu Risha aber ist geblieben. Drei seiner Brüder wurden von El Kaida getötet, aber er kam zum Entschluss: Genug ist genug, und er begann sich zu wehren.“

„Er war die leitende Kraft hinter dem Erwachen der Anbar-Provinz.“, so Morell weiter. Mit dem Erwachen der Anbarprovinz wird die Entwicklung beschrieben, dass sich verschiedene Stämme zusammenschlossen im Kampf gegen die Aufständischen und El Kaida. Diese Stämme arbeiteten eng mit den amerikanischen Streitkräften und den irakischen Sicherheitskräften zusammen und haben wichtige Erfolge gegen die Terroristen im Irak erzielt.

Die wichtigste Rolle von Abu Risha war laut Angaben der Amerikaner das Rekrutieren von Sunniten für die lokalen Sicherheitskräfte. Seit der Zusammenarbeit des Scheiches mit den Sicherheitskräften hat sich die Sicherheitslage in Anbar verbessert.

Aber seine Entscheidung zu helfen war nicht nur wegen Sympathie gegenüber den Amerikanern, sondern wegen den Übergriffen der Terroristen auf Sunniten. Er vereinte so viele verschiedene Stammesführer im Krieg gegen die Terroristen im eigenen Land. Als Argument brachte er immer an, dass die Amerikaner umso schneller abziehen, je schneller sich die Sicherheitslage verbessert.

Laut amerikanischen Angaben haben US Streitkräfte die Sicherheit von Abu Risha garantiert. Eines Tages wurde sogar ein M1 Kampfpanzer in seiner Einfahrt parkiert. Zum Zeitpunkt des Anschlages wurde er aber von eigenen Leibwächtern bewacht.

Das kürzliche Treffen mit Präsident Bush versetzte ihn ins Rampenlicht. Die Bombe wurde offenbar von jemandem gesetzt, der genau wusste, dass Abu Risha mit den Amerikanern kooperiert.

Der Anschlag war nicht das erste Mal, dass es Terroristen auf Abu Rishas Leben abgesehen hätten. Im Juni bereits versuchte ein Selbstmordattentäter sich und verschiedene Scheichs, die mit den Amerikanern kooperieren, im irakischen Mansour-Hoten in Bagdad in die Luft zu sprengen. Unter den Toten war auch der Gouverneur der Anbar-Provinz, ein enger Verbündeter von Abu Risha. Einen Tag danach bekannte sich El Kaida im Irak zu dem Attentat.

DCRS ONLINE meint: Kriege sind eben keine sportlichen Wettkämpfe sondern immer Mord !

Artikel vom 14. September 2007

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