Wird die E-mail abgeschafft ?!

Von Bianca Wollert

Wird die E-mail abgeschafftDas Internet hat die Menschen, unsere Gesellschaft in rasender Geschwindigkeit grundlegend verändert, doch nicht nur positive Neuerungen wurde entwickelt. Auch negative. So wächst die Zahl der E-mail-Gegner kontinuierlich. Auf der Suche nach alternativen Kommunikationsformen, kehren viele der E-mail den Rücken. Hintergrund ist massiver Spam, überfüllte Postfächer, oftmals der völlige Kollaps einer Adresse.

Zahlreiche Experten gehen daher davon aus, dass die klassische E-Mail, mit der eigentlich alles im Internet anfing, vom Aussterben bedroht ist.

Heute steht aber nicht mehr die Kommunikation per E-mail im Internet im Vordergrund sondern Angebote wie Einkaufen, soziale Netzwerke, Chats oder Internettelefonie. Die Verschmelzung verschiedenster Medien, wie Zeitung, Radio und Fernsehen im Internet und starker Einbezug des Users selbst, Stichwort Web2.0, sind zukunftsweisend. Allein YouTube beansprucht mit seinen Online-Videos bereits über zehn Prozent des gesamten Internet-Verkehrs für sich.

Für die Übermittlung von privaten Nachrichten suchen sich User zunehmend andere Wege, als die E-mail. SMS, Instant Messenger und soziale Netzwerke, große Dateien werden über die Server von speziellen Dienstleistern transferiert. Es gibt unzählige, direktere und einfachere Möglichkeiten zu kommunizieren, als die E-mail. Deutsche Angebote wie studivz.net, schuelervz.net und meinvz.net haben derzeit nach eigenen Angaben bereits mehr als 7,5 Millionen Nutzer.

Die E-mail hingegen ist schwerfällig und birg verschiedene Unannehmlichkeiten. Sie braucht länger, ist meist weniger persönlich. Davon abgesehen, wird die E-mail als schnelles, kostenkünstiges Medium für Massen-Werbung missbraucht, zum Ärger vieler User. Laut einer Studie des Barracuda Networks Inc. hat der Anteil dieser Nachrichten von 2001 bis 2007 von fünf auf 90 bis 95 Prozent zugenommen.

Auch die Geschäftswelt leidet darunter. Markus Schaffrin, Fachbereichsleiter E-Business der eco, des Verbands der deutschen Internetwirtschaft e.V., schätzt das Spamaufkommen im geschäftlichen Umfeld auf 80 bis über 90 Prozent.

„Die Posteingänge sind regelmäßig zugemüllt. So macht es keinen Spaß mehr, mit dem Medium zu arbeiten.” Noch gebe es jedoch keine echten Alternative, so dass die E-Mail vorerst „sicherlich noch das wichtigste Medium” bleibe. Einige Stimmen sähen eine Alternative in sozialen Netzwerken wie XING oder webcrossing, die für den geschäftliche Kontakte geschaffen wurden.

Um sich dem Hauptproblem entgegen zu stellen, setzen momentan viele auf die Hilfe von Spamfiltern, die unerwünschte Nachrichten aussortieren sollen. Das System kann jedoch nicht garantieren, dass erwünschte Nachrichten tatsächlich fauch ankommen und nicht fälschlicher Weise aussortiert werden.

Einige Unternehmen gehen so weit, nur die Mails durch den Filter zu lassen, deren Absender dem System bekannt sind. Insgesamt muss Schaffrins Meinung nach jedoch davon ausgegangen werden, „dass die Spam-Epidemie vorerst erhalten bleibt”. Durch die Spams gehe aber nicht nur der Spaß an der Arbeit verloren, so Schaffrin. Das manuelle Sortieren der nicht gefilterten Nachrichten koste Zeit, die nötigen Systeme und Programme Geld und Leitungskapazitäten.

Neben den Kosten nimmt vor allem die Unzufriedenheit zu, wie eine bundesweite Umfrage des Bielefelder Systemintegrator Document Dialog beweist. 94 Prozent der deutschen Unternehmen ist der Schutz vor Spam die wichtigste Anforderung an das E-Mail-System der Zukunft.

Bis jetzt fehlen den Unternehmen noch die Alternativen, die die E-Mail-Nutzung vollständig ersetzen können. Jedoch nutzen Firmen für die interne Kommunikation ebenfalls zunehmend soziale Netzwerke und Instant-Messenging-Angebote. Steht die E-Mail vor dem Aus? Noch nicht, aber sie ist auf auf dem besten Wege, in ihrer aktiven Nutzung zur Rarität zu werden. Gegner hat sie bereits genug.

DCRS ONLINE meint: Die Veränderungen in scheinbar vertrauten Dingen, gehen immer schneller voran.

Artikel vom 13. März 2008

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