Yahoo will weiter mit Microsoft verhandeln

Von Jette Petersen

Yahoo will weiter mit Microsoft verhandelnErst am vergangenen Samstag war eine Übernahme des Internetkonzerns Yahoo durch den US-Software-Giganten Microsoft gescheitert. Jetzt rudert der Chef und Gründer von Yahoo, Jerry Yang zurück. Er will weiter mit Microsoft verhandeln.

Microsoft hatte am Samstag ein milliardenschweres Übernahmenangebot zurückgezogen, nachdem Yahoo auf einem noch höheren Preis pro Aktien bestanden hatte, und damit die Verhandlungen vorläufig zum Scheitern gebracht.

Nun erklärte Yang, die Zurückweisung des Microsoft-Gebotes bedeute aber nicht, dass der Konzern niemals wieder mit Microsoft verhandle, sagte Yang. “Wir waren begierig darauf, ein Geschäft abzuschließen und sie sind weggegangen.”

Yang muss sich am 3. Juli bei einer Hauptversammlung des Konzerns den Aktionären stellen, wie der Konzern am Montag mitteilte. Einige Aktionärsvertreter hatten bereits offen die Zurückweisung des Microsoft-Angebots kritisiert.

Die Yahoo-Aktie ist nach dem Scheitern der Übernahme durch Microsoft zwar stark unter Druck geraten, aber nicht so deutlich wie zuvor vielfach befürchtet wurde. Etliche Aktionäre erwarteten offenbar, dass die Verhandlungen noch einmal wiederaufgenommen werden könnten, erklärten Analysten.

Der Kurs der Yahoo-Aktie brach am Montag um 4,30 Dollar oder 15 Prozent auf 24,37 US-Dollar ein. Das war ungefähr die Hälfte des Gewinns, den die Aktie seit Bekanntgabe des Microsoft-Angebots am 31. Januar gemacht hatte. “Wenn der Ärger der Yahoo-Aktionäre den Siedepunkt erreichen sollte, dann glaube wir, dass Microsoft wieder aktiv werden könnte und dann so etwas wie ein Weißer Ritter wäre”, erklärte der Analyst David Hilal von Friedman, Billings, Ramsey & Co. Ähnlich sehen es offenbar viele Aktionäre, die sich entschieden, derzeit noch nicht zu verkaufen.

Unterdessen haben Yahoo und Google bei ihren Gesprächen über eine Zusammenarbeit noch keine Einigung erzielt. Dies wurde in der Nacht zum Dienstag im Umfeld des Suchmaschinenbetreibers bekannt. Beide Unternehmen hielten während der Beratungen über eine Kooperation bei Werbung und Suche Kontakt zu den Regulierungsbehörden.

Sollte eine Vereinbarung erzielt werden, würde sie Yahoo nicht daran hindern, andere Partnerschaften wie mit Microsoft einzugehen, hieß es weiter.

Artikel vom 6. Mai 2008

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